Der US-Getränkeriese verdient bestens
Pepsi: Auf der Suche nach Kaufgelegenheiten

Pepsi hat Durst auf Übernahmen. Die Dementis im Fall Danone klingen dann auch sehr halbherzig.

HB DÜSSELDORF. Das Dementi war so präzise formuliert, dass es die Gerüchteküche eher noch weiter erhitzte, statt sie abzukühlen: „Die Aussage im französischen Magazin Challenges, wonach Pepsico einen Anteil von drei Prozent anDanone erworben hat, ist nicht wahr.“ So kommentierte der amerikanische Getränke- und Snackriese kürzlich Spekulationen umein mögliches Kaufangebot für den französischen Rivalen Danone.

Wer kritisch nachliest, findet in der Pepsi-Mitteilung keine Aussage dazu, ob der US-Getränke- und Snackriese generell am Kauf des französischen Rivalen interessiert ist. Gestern lehnte Pepsico- Sprecherin Elaine Palmer gegenüber dem Handelsblatt erneut jeden weiteren Kommentar ab: „Wir kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte und Spekulationen.“ Ein klares Dementi klingt anders. Nach Einschätzung von Analysten würde Danone gut zu Pepsi passen.

„Pepsi ist in guter Verfassung und sucht besonders außerhalb der USA nach Zukaufsmöglichkeiten“, schreibt Analyst Marc Greenberg von der Deutschen Bank in einer aktuellen Studie. Ein Zusammenschluss mit Danone passe geschäftlich, berge jedoch hohe kulturelle und politische Risiken wegen des zuerwartenden Widerstands.

Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 29 Mrd. Dollar zählt Pepsi zu den weltgrößten Nahrungsmittelkonzernen. Vergangene Woche meldete der Konzern aus der US-Kleinstadt Purchase imBundesstaat New York für das zweite Quartal einen Gewinnanstieg um12,8 Prozent auf 1,194 Mrd. Dollar. Dabei profitierte Pepsico erneut davon, dass der Konzern früher und erfolgreicher als Erzrivale Coca- Cola neue Geschäftsfelder erschlossen hat.

So rangiert Pepsi zwar bei Cola, koffeinhaltiger Brause, deutlich hinter Coca-Cola an zweiter Stelle. Dafür liegt Pepsico jedoch im schnell wachsenden Saftbereichmit der Orangensaftmarke Tropicana vorne. Fast ein Drittel des Konzernumsatzes (31 Prozent) und 38 Prozent des operativen Ertrags stammten zudem im vergangenen Quartal von der Snacksparte Frito-Lay.

Auch beim Verkauf von Wasser ohne Kohlensäure unter der Marke Aquafina verzeichnet Pepsi hohe Wachstumsraten. ImWassergeschäft würde Pepsi sich mit dem Kauf von Danonemassiv verstärken. Eine Hindernis bei einer möglichen Übernahme liegt jedoch darin, dass die US-Markenrechte für die Danone-Wassermarken Evian und Volvic beim Pepsi-Rivalen Coca-Cola liegen. Nach Informationen der französischen Tageszeitung LeMonde findet am kommenden Freitag eine Aufsichtsratssitzung von Pepsico statt, bei der auch ein mögliches Angebot für Danone auf der Tagesordnung stehen soll.

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