Der Versandhaus-König
Werner Otto: „Bürokratie erstickt den Pioniergeist“

Der Versandhaus-König Werner Otto ist einer der ganz großen Konzerngründer in Deutschland. Wie die Legende seine Firma zum weltgrößten Versandhaus machte, ein Immobilienimperium schuf und warum er sich nach seinen verschollenen Romanen sehnt.

BERLIN. Vielleicht muss ein Unternehmer erst das biblische Alter von 96 Jahren erreichen, um so wunderbar klare und lebensnahe Sätze zu formulieren: „Fehler wachsen wie Unkraut aus allen Fugen. Darüber braucht man sich gar nicht aufzuregen, man kann sachlich darüber reden. Ein Unternehmen ohne Fehler gibt es nicht – ein Handeln ohne Fehler gibt es auch nicht. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang.“

Oder ein Satz wie dieser: „Die Bürokratie baut sich ständig von allein auf; da wird getüftelt, werden unnötige Exposés erstellt, Sitzungen angeordnet, bei denen immer viele eingeladen sind, da wird um des Kaisers Bart gestritten – dabei vergisst man den Kunden. Der Kunde aber ist der Maßstab aller Dinge. Wenn man den Kunden nicht kennt, hilft einem keine noch so aufwendige Analyse oder Statistik.“

Der Mann weiß, wovon er spricht. Es ist Versandhaus-König Werner Otto, einer der ganz großen Konzerngründer in Deutschland. Eine Legende, ein Patriarch. Er baute sein Unternehmen zu dem weltgrößten Versandhaus mit einem Umsatz von heute mehr als 14 Milliarden Euro auf, zu einem international agierenden Handels- und Dienstleistungskonzern, der alle Konjunkturkrisen gemeistert hat; der intelligent diversifiziert wurde; der heute als Lehrbeispiel für die moderne Betriebswirtschaftslehre taugen würde und der mit der damals neuen Vertriebsform des Versandhandels in den Nachkriegsjahren das Wirtschaftswunder in Deutschland maßgeblich befeuert hat.

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