Derzeit keine Zukäufe im Stahlgeschäft geplant
Salzgitter nicht an Voestalpine interessiert

Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter plant nach Worten von Vorstandschef Wolfgang Leese derzeit keine größeren Zukäufe im Stahlgeschäft. An der Ergebnisprognose für die zweite Jahreshälfte hält Leese weiter fest.

Reuters MÜLHEIM/RUHR. Größere Akquisitionen im Stahlgeschäft seien gegenwärtig nicht vorgesehen, sagte Leese am Donnerstagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Mülheim/Ruhr. An der zur Privatisierung anstehenden österreichischen Voestalpine etwa sei Salzgitter nicht interessiert. „Was sollen wir mit zwei baugleichen Werken mit ähnlichen Produktstrukturen? Wo sind da die Synergien“, sagte er. Auch an Teilen, die der neue Stahlriese Arcelor aus Luxemburg aus kartellrechtlichen Gründen abgeben müsse, habe man nach ersten Prüfungen kein Interesse. Salzgitter sei momentan gut aufgestellt. „Wir wollen eigentlich gar keinen Partner“, sagte der Manager.

Leese zufolge verzeichnet Salzgitter derzeit eine reges Geschäft mit Grobblech, während bei Langprodukten wie Trägern angesichts der schwachen Baukonjunktur hierzulande eher eine geringe Nachfrage herrsche. Zu der Entwicklung bei Flachstahl äußerte sich der Salzgitter-Chef zurückhaltend. „Wir hoffen alle, dass sich der private Investitionsstau bei Autos wieder auflöst. Ich bin da aber eher skeptisch.“ Wegen der geringen Autonachfrage verringern die Kraftfahrzeughersteller ihre Produktion. Damit sind rückläufige Bestellungen von Stahlblechen verbunden.

Im Röhrengeschäft, dem zweiten Standbein von Salzgitter, sieht Leese Anlass zu Optimismus. Angesichts des unisono prognostizierten höheren Energiebedarfs der Menschen werde auch die Nachfrage nach Großrohren für Öl und Gas steigen, zeigte er sich zuversichtlich. Höhere Nachfrage erwartet er vor allem aus Russland und dem Iran.

Der stockende Aufschwung in der heimischen Stahlindustrie hatte bei Salzgitter zusammen mit negativen Währungseinflüssen und den Folgen des Irak-Krieges auf das Röhrengeschäft im ersten Halbjahr 2003 zu einem Ergebniseinbruch geführt. Bei einem etwas höheren Konzernumsatz hatte sich der Reingewinn um 82 % auf neun Mill. € verringert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach um die Hälfte auf 29 Mill. € ein. Leese bekräftigte am Donnerstag aber die beim Halbjahresausweis vor wenigen Wochen gemachte Prognose, wonach Salzgitter im zweiten Halbjahr ein Vorsteuerergebnis auf Höhe des ersten Halbjahres erreichen werde.

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