Details zum Fortgang des Insolvenzverfahrens
Agfa produziert auch künftig Filme

Agfa Photo wird nach Überzeugung des Insolvenzverwalters überleben. Allerdings wird gut die Häfte der Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren.

HB/der LEVERKUSEN. „Wir sehen sehr gute Chancen zur Eigensanierung der Agfa Photo“, sagte Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier am Freitag in Leverkusen. Das Unternehmen werde zunächst mit 1287 Mitarbeitern fortgeführt, mittelfristig allerdings nur mit 850. Derzeit beschäftigt Agfa Photo 1715 Menschen.

Ringstmeier sagte, er werde dem zuständigen Amtsgericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. August vorschlagen, zugleich aber auch die Fortführung der Firma. Dabei sah es zwischenzeitlich düster aus. „Ich will nicht verhehlen, dass wir in den vergangenen Wochen auch über die sofortige Abwicklung von Agfa Photo diskutieren mussten.“

Agfa Photo war im vergangenen Jahr aus dem belgischen Bildtechnik-Konzern Agfa-Gaevert ausgegliedert worden, weil die Sparte die Mutter Millionen gekostet hatte. Der Siegeszug der Digitalkameras hatte den traditionsreichen Filmhersteller eiskalt erwischt. Der Versuch, selbst in den Digitalkamera-Markt einzusteigen, scheiterte. Nur wenige Monate nach der Ausgliederung meldete Agfa Photo dann Ende Mai überraschend Insolvenz an. Es wurden Vorwürfe laut, ein Gesellschafter habe Geld aus dem Unternehmen gezogen. Das konnte der Insolvenzverwalter aber nicht bestätigen. Zu den tatsächlichen Ursachen für die überraschend schnelle Insolvenz äußerten sich Ringstmeier und der in die Geschäftsführung aufgerückte Sanierungsexperte Hans-Gerd Jauch ausweichend. Sie verwiesen lediglich auf den Trend weg von der der Analog- hin zur Digitalfotografie.

„Nachdem Eastman Kodak erst vorgestern einen Abbau von 40 Prozent der Arbeitsplätze weltweit angekündigt hat, liegen wir mit unserer Planung trotz Insolvenz im Branchentrend“, sagte Jauch.

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