Detroit Motor Show: Deutsche Autobauer stürmen USA

Detroit Motor Show
Deutsche Autobauer stürmen USA

Betont selbstbewusst präsentiert sich die deutsche Automobilindustrie auf der diesjährigen Detroiter Motor Show: „Wir wollen 2006 stärker wachsen als der Markt und peilen erstmals den Absatz von einer Million Fahrzeuge in den USA an", verkündete der Präsident des Verbandes der Automobilhersteller, Bernd Gottschalk, vor Ausstellungseröffnung. 2005 waren es 870 000 Fahrzeuge.

HB DETROIT. Das laufende Jahr soll nun eine „Phase der Expansion einleiten", so der Verbandspräsident, geprägt durch neue Fahrzeugkonzepte und Antriebsarten. Das gute Abschneiden in den vergangenen Monaten mache Mut, dass der Anteil der Deutschen wachse.

Dieser Anteil wächst nicht weiter, sondern wieder. Denn im vergangenen Jahr haben die deutschen Automobilbauer auf dem größten Automarkt der Welt in der Summe Anteile verloren und landeten bei gut fünf Prozent. „Günstige Winde beim Wechselkurs vorausgesetzt", so Gottschalk, soll der Marktanteil in den kommenden zwölf Monaten um fast ein Fünftel auf 5,9 Prozent gesteigert werden. Zum Vergleich: Toyota allein kam 2005 auf 13 Prozent Marktanteil, Honda und Nissan übertrumpfen die deutschen Automarken mit fast neun beziehungsweise mehr als sechs Prozent. Die deutschen Anbieter könnten zwar nicht auf neue „Volumenträger" setzen, so Gottschalk, aber wichtige Modelle wie der VW Passat und der Jetta seien erstmals ganzjährig verfügbar. Wegen des Modellwechsels hatte es zuletzt Schwierigkeiten gegeben.

Im vergangenen Jahr war VW maßgeblich verantwortlich für den Aderlass des deutschen Marktanteils. Trotz einer deutlichen Erholung im Dezember steht bei VW für das Gesamtjahr der fünfte Absatzrückgang in Folge zu Buche. Allein 2005 betrug er fast 13 Prozent. In der Bilanz wird sich dies erneut mit einem Verlust von rund einer Mrd. Euro niederschlagen. Dabei war der Autobauer VW, der einst den US-Markt für die Deutschen öffnete. Mit fast sechs Prozent Marktanteil waren die Wolfsburger Anfang der 70er hauptsächlich durch den Erfolg des Käfers stärker in den USA als heute alle deutschen Marken zusammen.

Markenchef Wolfgang Bernhard, der aus seiner Chrysler-Zeit den amerikanischen Markt kennt, hat der Sanierung des US-Geschäfts höchste Priorität eingeräumt. Der Weg zu Gewinnen bleibt aber steinig. Obwohl VW im laufenden Jahr um bis zu zehn Prozent zulegen will, wie US-Chef Adrian Hallmark im Vorfeld der Detroiter Messe verkündete, rechnen Analysten für 2006 erneut mit einem Konzernverlust von rund 600 Mill. Euro in den USA. „Die Volumina sind einfach immer noch zu klein", betont Patrick Juchemich, Autoexperte bei Sal. Oppenheim. Das in Detroit erstmals in den USA gezeigte Cabrio Eos dürfte zwar das Image von VW verbessern, von den Stückzahlen her wird es wenig zum Umschwung beitragen können.

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