Deutliche Kritik an Piëch
Auf der Volkswagen-Führungsebene kracht es

In der Führungsetage von Volkswagen herrscht derzeit alles andere als gute Stimmung. Nach einer turbulenten Aufsichtsratssitzung mit der umstrittenen Wahl des Audi-Personalchefs Horst Neumann zum neuen VW-Arbeitsdirektor geht ein Riss quer durch Aufsichtsrat und Vorstand.

HB WOLFSBURG. Und dies mitten in einer entscheidenden Phase, in der die Weichen für die Zukunft von VW gestellt werden: Das Unternehmen fährt strikten Sparkurs, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Noch unklar ist, wie sehr die Position von Konzernchef Bernd Pischetsrieder und VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard durch die Querelen geschwächt ist.

Bei Europas größtem Autobauer stehen eine Menge unangenehmer Botschaften für die Belegschaft ins Haus. Stellenabbau und rigider Sparkurs sind angesagt. Da müssten die Führungsgremium an einem Strang ziehen. An einen Rücktritt denkt Pischetsrieder nicht. Über eine Verlängerung seines bis 2007 laufenden Vertrages muss der Aufsichtsrat im Frühjahr 2006 entscheiden.

Nach dem Einstieg von Porsche bei VW ist vor allem die Rolle von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch seit Wochen umstritten. Vor allem Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Christian Wulff (CDU) ist sie ein Dorn im Auge. Versuche, den Porsche-Enkel und Miteigentümer des Sportwagenbauers zum Rücktritt zu bewegen, sind bisher gescheitert, vor allem am Widerstand der Arbeitnehmerseite. IG-Metall-Chef Jürgen Peters stellte sich jetzt demonstrativ hinter Piëch und warf dessen Kritikern seinerseits vor, sie zielten in Wirklichkeit darauf, die Interessenvertretung der Arbeitnehmer bei VW zu schwächen. „Das System soll kaputt gemacht werden“, sagte er in der „Berliner Zeitung“. Das bestehe darin, „dass Arbeitnehmervertreter bei Volkswagen auf Augenhöhe mit dem Management mitreden können“.

Und es ist eng verbunden mit dem Namen Peter Hartz, dem ehemals mächtigen Arbeitsdirektor bei VW, der im Strudel der VW-Affäre um Lustreisen, Tarnfirmen und Sexgeschichten auf Firmenkosten gestürzt war. Seine Verstrickung in den Skandal ist noch unklar, die Justiz ermittelt. Die dubiose Abrechnungsmethode über Ersatzbelege oder Rechnungen ohne Verwendungszweck bestand nach Worten von Konzernchef Pischetsrieder aber „offenbar schon sehr lange“. Nach Aussagen des Ex-Personalmanagers Klaus-Joachim Gebauer lief das schon seit 15 Jahren so und reicht damit weit in Piëchs Zeit als Vorstandschef.

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