Deutlicher Personallabbau vorgesehen
Daimler tritt bei Smart auf Kostenbremse

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat für seine verlustreiche Kleinwagenmarke Smart ein milliardenschweres Sanierungskonzept beschlossen

HB FRANKFURT. Unter anderem ist ein deutlicher Personalabbau vorgesehen. Der geplante Smart-Geländewagen formore wird wie erwartet nicht gebaut, der erfolglose Roadster Ende 2005 eingestellt. „Mit dem neuen Geschäftsmodell wird die Kleinwagenmarke auf eine betriebswirtschaftlich solide Basis gestellt werden. Ziel ist, im Jahr 2007 den Break Even zu erreichen“, teilte der Konzern am Freitag mit.

Angesichts erwarteter Kosten für die Restrukturiering von bis zu 1,2 Milliarden Euro hat der Autokonzern seine Gewinnprognose für das laufende Jahr reduziert. Bislang wollte der Konzern den operativen Gewinn des Vorjahres von 5,8 Milliarden Euro leicht übertreffen. Nun hieß es, dieses Ziel sei nur noch erreichbar, wenn man die Sonderkosten für smart herausrechne.

Der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes, der erst am Donnerstag den mit 1,3 Millionen Mercedes-Fahrzeugen umfangreichsten Rückruf der Konzerngeschichte bekannt geben musste, nimmt mit dem vorgestellten Sanierungsplan tiefe Einschnitte bei der Böblinger Tochter vor. Das Konzept wird nach den Worten von Konzernbetriebsratschef Erich Klemm rund 700 Arbeitsplätze kosten. Klemm sagte am Freitag in Stuttgart, vor allem die Mitarbeiter in Böblingen seien betroffen. Smart beschäftigt derzeit rund 1 300 Mitarbeiter in Böblingen und 850 im Smart-Produktionswerk in Hambach in Lothringen.

Der Produktionsstandort Hambach ist nach den Worten von Klemm „in einem deutlich geringeren Umfang betroffen“. Hier gebe es bereits für fast alle Mitarbeiter eine Lösung. Über die Maßnahmen von Smart in Böblingen, wo ein Abbau von rund 600 Arbeitsplätzen geplant sei, müssen nach den Worten des Konzernbetriebsratschefs jetzt Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufgenommen werden. Dabei gehe es um einen Interessenausgleich und wahrscheinlich um einen Sozialplan. Für rund 300 Beschäftigte gebe es in Böblingen noch keine Lösung, sagte Klemm.

Der Betriebsratschef forderte den Daimler-Chrysler-Vorstand auf, die Maßnahmen sozialverträglich aufzunehmen. Ziel des Betriebsrats sei es, entweder Lösungen im Konzern oder freiwillige Vereinbarungen zu finden. Klemm erwartet vom Vorstand, dass die nun anstehenden harten Einschnitte zu einer erfolgreichen Lösung bei Smart führen.

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