Deutliches Gewinnplus
Procter & Gamble gibt 4711 ab

Procter & Gamble hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich mehr verdient als im Jahr zuvor. An den traditionsreichen Kölner Duftwässer-Marken 4711, Tosca und Sir Irisch Moos hat der US-Konzern allerdings kein Interesse mehr. Sie stehen zum Verkauf.

HB KÖLN/CINCINNATI. Der US-Konsumgüterkonzern will sich von den Marken aus „strategischen Gründen“ trennen, wie Sprecherin Petra Popall am Mittwoch in Köln Medienberichte bestätigte. Gleichzeitig meldete das Unternehmen in Cincinnati („Meister Proper“) einen massiven Umsatzsprung und glänzende Gewinne im Geschäftsjahr 2005/06 (30. Juni). In diesem Zeitraum verdiente P&G 8,7 Mrd. Dollar (6,9 Mrd Euro) oder 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 20 Prozent auf 68,2 Mrd. Dollar.

Weder das im Jahr 1792 kreierte Duftwasser 4711 noch die Marken Tosca, Sir Irisch Moss oder Extase werden nach Popalls Worten vom Markt verschwinden. Ein neuer Eigner sei sicher in der Lage, die Marken erfolgreich fortzuführen. Popall sagte: „Wir sind ein globales Unternehmen und unsere Strategie ist es, uns auf global erfolgreiche Marken zu konzentrieren.“ Das Geschäft mit den traditionellen Kölner Duftwässern habe aber dieses Potenzial für P&G nicht. Auch das Traditionshaus von 4711 in der Kölner Glockengasse soll den Besitzer wechseln. Die hochwertige Immobilie im Herzen Stadt lockt jeden Tag unzählige Touristen an. Ein neuer Investor sei bislang jedoch noch nicht gefunden, sagte Popall. Die Duft-Produktionsstätte in Köln verbleibe beim US-Konzern.

Von der Transaktion werden den Angaben zufolge rund 40 Beschäftigte betroffen sein, die allerdings auch unter einem neuen Besitzer ihren Arbeitsplatz behalten sollen. Insgesamt beschäftige P&G am Standort Köln 900 Mitarbeiter. In den vergangenen zehn Jahren haben die Marken 4711 und Tosca mehrfach den Besitzer gewechselt. Die eher von einem älteren Kundenstamm bevorzugten Düfte der ehemaligen Kölner Muelhens-Gruppe waren 1994 zunächst vom Darmstädter Wella- Konzern gekauft worden. Wella wiederum wurde 2003 von P&G übernommen.

P&G-Konzernchef Alan G. Lafley begründete die positive Geschäftsentwicklung mit einer starken Nachfrage nach Produkten des Konzerns. Zudem wirke sich der Kauf des Rasierklingen- und Batterieherstellers Gillette im Oktober vergangenen Jahres positiv aus, sagte er in Cincinnati. P&G rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzanstieg von neun bis elf Prozent. Im ersten Quartal dieses Geschäftsjahres will die Gesellschaft den Umsatz um 23 bis 27 Prozent erhöhen.

P&G ist auf dem deutschen Markt mit Marken wie Ariel, Meister Proper, Pampers und Tempo vertreten. Zu P&G gehören auch Gillette, Braun, Haar- und Körperpflegeprodukte wie Wella, Olay und Pantene, Duracell-Batterien, Crest- Zahnpasta und Waschmittel sowie weitere Marken.

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