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23.04.2008 
Bündnis zum Bau von Kernkraftwerken

Deutsch-französischer Atom-Pakt

von Jürgen Flauger

Eon sichert sich Kapazitäten für den Bau von Kernkraftwerken: Der Energiekonzern hat mit Siemens und der französischen Areva eine weitreichende Kooperation geschlossen. Die Partner setzen darauf, dass der weltweite Boom der Atomkraft bald zu Engpässen beim Bau neuer Reaktoren führt.

Kernkraftwerk Biblis: Eon setzt auf eine weltweite Renaissance der Atomkraft. Foto: apLupe

Kernkraftwerk Biblis: Eon setzt auf eine weltweite Renaissance der Atomkraft. Foto: ap

DÜSSELDORF. Der Energiekonzern Eon schließt mit den Anlagenbauern Siemens und Areva ein schlagkräftiges Bündnis zum Bau von Kernkraftwerken. Die Partner wollen zum einen bei der geplanten Konstruktion von neuen Reaktoren in Großbritannien zusammenarbeiten. Zum anderen wollen sie die Kerntechnik gemeinsam weiterentwickeln.

Eon sichert sich so in einem harten Wettbewerbsumfeld frühzeitig Kapazitäten. In Anbetracht der weltweiten Renaissance der umstrittenen Technik erwarten Branchenexperten einen Engpass bei den Anlagenbauern. Gleichzeitig unterstreicht Konzernchef Wulf Bernotat seinen Willen, trotz des politisch gewollten Ausstiegs in Deutschland weiter an der umstrittenen Technik festhalten zu wollen: "Zusammen mit unseren Partnern wollen wir die nächste Generation von Atomkraftwerken weiterentwickeln und dabei die neueste Technologie einsetzen", sagte er gestern.

Eon ist erklärtermaßen am Bau von neuen Atomkraftwerken im Ausland interessiert. Zum einen verfolgt der Konzern in Finnland ein konkretes Projekt. Zum anderen will er sich am von der britischen Regierung geplanten Neubauprogramm beteiligen.

Großbritannien hat mit der Ankündigung, bis 2020 rund zehn neue Anlagen auf den Weg zu bringen, die Branche elektrisiert. Rund 30 Unternehmen meldeten ihr Interesse an - neben Eon unter anderem auch RWE, Electricité de France (EDF), die spanische Iberdrola und die schwedische Vattenfall. Während RWE, EDF und Vattenfall über eine Übernahme des bisherigen Nuklear-Konzerns British Energy ins Geschäft kommen wollen, ist Eon nur am Zuschlag für einzelne Standorte interessiert.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Langfristige Partnerschaft

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