Mit der Absichtserklärung, die der Konzern jetzt mit Siemens
und Areva
unterschrieben hat, will er seine Chancen erhöhen. Schließlich hat sich Eon nach Informationen des Handelsblatts bereits konkret Know-how, Technologie und Kapazitäten für den Bau von bis zu zwei neuen Anlagen des hochmodernen 1 600 Megawatt starken Druckwasserreaktors der französischen Areva
gesichert. Zudem würde Siemens
den konventionellen Teil der Kraftwerke liefern. Darüber hinaus wollen die drei Unternehmen Experten austauschen und schließen eine langfristige Partnerschaft für Service und Wartung von bestehenden und neuen Kernkraftwerken.
"In Anbetracht der hohen Nachfrage muss man sich frühzeitig Kapazitäten sichern", sagt Christopher Weßelmann, Chefredakteur des Fachmagazins ATW, mit Blick auf den erwarteten Bauboom bei Atomkraftwerken. In vielen Ländern der Welt sind zur Zeit neue Anlagen in Planung. Während sich die Westeuropäer - abgesehen von Großbritannien - noch zurückhalten, sind in Osteuropa, Russland, China oder Indien zahlreiche Anlagen in Planung. Weßelmann zählt 32 Reaktoren, die im Bau sind, und 40 Projekte, die fest vereinbart sind, das heißt bei denen es schon einen festen Betreiber und die Unterstützung der jeweiligen Regierung gibt. Hinzu kommen nach seinen Worten noch rund 100 eher vage Ankündigungen.
Gleichzeitig gibt es nur eine Hand voll wirklich schlagkräftiger Anlagenbauer. In Europa ist einzig Areva
übrig geblieben. Dabei gab es früher alleine in Deutschland mit Siemens
, AEG und einem ABB-Vorläufer drei Anbieter. Weltweit sind General Electric aus den USA, die japanischen Toshiba plus Tochter Westinghouse, Hitachi, Mitsubishi und die russische Atomstroyexport aktiv. Nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 waren die Planungen für neue Atomkraftwerke eingestellt worden und die Anlagenbauer bauten Kapazitäten ab.
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