Deutsche Autoindustrie sieht Wachstumschancen
China mausert sich zum Auto-Drehkreuz

Trotz der jüngsten Rückschläge deutscher Autobauer sieht die Branche langfristig gute Wachstumschancen im Reich der Mitte. Immerhin liefern die heimischen Anbieter mittlerweile genauso viele Fahrzeuge nach China wie in die USA. Umgekehrt rollt die Konkurrenz aus Asien aber immer mehr nach Deutschland.

HB SCHANGHAI. „Die deutsche Automobilindustrie kann gerade in China ihre traditionellen Stärken ausspielen“, sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am Donnerstag auf der Messe „Shanghai Auto 2005“. Dazu gehörten hohe Qualität, geringer Verbrauch der Wagen, gutes Markenimage und Serviceerfahrung. Autobauer und Zulieferer bauten ihre Präsenz in dem Zukunftsmarkt weiter aus.

Die Premiumhersteller BMW, Mercedes-Benz und Porsche peilen in diesem Jahr ein Absatzplus an. Der Marktführer Volkswagen leidet dagegen weiter unter massiven Absatzproblemen. Nach den ruinösen Rabattschlachten im vergangenen Jahr erwarten die Hersteller auf dem hart umkämpften Markt zunächst keine weiteren Preissenkungen mehr. Der chinesische Automarkt soll um 10 bis 15 Prozent in diesem Jahr zulegen.

„China bleibt ein Markt, der mittel- und langfristig unverändert attraktiv für uns ist“, sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Der deutsche Marktanteil betrage wegen der starken Konkurrenz derzeit 28 Prozent - nach mehr als 30 Prozent in 2003. Die deutsche Branche beschäftige inklusive Joint-Ventures 60 000 Mitarbeiter im Reich der Mitte. Die gegenwärtig schwierige Situation betrachtet der VDA als „Atemholen für die nächste Phase.“ Starker Wettbewerb und Rabatte belasten derzeit das Geschäft in China.

Der Automobilmarkt in China hatte in den vergangenen Jahren Wachstumsraten von bis zu 75 % erzielt. Wegen der von der chinesischen Regierung verordneten Kreditbeschränkungen schrumpfte das Plus 2004 auf 15 %, in diesem Jahr wird ein Wachstum in gleicher Höhe erwartet. .

Volkswagen hat im ersten Quartal 2005 in China ein „in etwa“ ausgeglichenes Ergebnis verzeichnet. Nähere Angaben machte VW-Chef Bernd Pischetsrieder auf der Hauptversammlung in Hamburg nicht. VW ist seit 20 Jahren Nummer eins in China. Das operative Ergebnis der chinesischen Gesellschaften hatte sich 2004 von 561 auf 222 Millionen Euro mehr als halbiert. Kritiker werfen dem Autobauer vor, zu spät auf Marktveränderungen reagiert zu haben.

Die deutsche Zulieferindustrie ist nach VDA-Angaben mit über 110 Betrieben und Lizenznehmern in China vertreten. Der Kolbenhersteller Mahle eröffnet ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schanghai. Der Autozulieferer Bosch gab bekannt, von 2005 bis 2007 mehr als 500 Millionen Euro in den Ausbau seiner Dieselaktivitäten und die Produktion von Bremssystemen in China zu investieren. Mercedes-Benz produziert ab Herbst die neue C- und E-Klasse in Peking.

Seite 1:

China mausert sich zum Auto-Drehkreuz

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%