Deutsche Bahn
Neue Dimension im Datenskandal der Bahn

Die Deutsche Bahn hat ihren Bericht über die Datenaffäre abgeschlossen und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Und der Bericht enthält pikante Details: So wurden offenbar Akten vernichtet. Im Zwielicht steht nun die Konzernrevision: Deren Leiter wurde inzwischen beurlaubt - und steht nun für die geplante Aussage vor dem Verkehrsausschuss nicht mehr zur Verfügung.

BERLIN. Die Deutsche Bahn AG hat in einem Zwischenbericht zum Datenskandal weitere Versäumnisse eingeräumt. Danach gab es zwischen 1998 und 2006 nicht drei, sondern sogar fünf Fälle, bei denen Daten aller Mitarbeiter oder der oberen Führungskräfte mit denen von Lieferanten abgeglichen wurden. Auch seien neben den Detekteien Network Deutschland und Argen GmbH vier weitere externe Dienstleister beauftragt worden, um Mitarbeiter zu überprüfen. Die Bahn erhoffte sich von dem Abgleich Hinweise auf mögliche Korruptionsfälle bei der Auftragsvergabe.

Mit dem Bericht reagiert der Staatskonzern auf einen 119 Fragen umfassenden Katalog des Verkehrsausschusses im Bundestag. Der Leiter der Konzernrevision, Josef Bähr, meldete sich gestern krank und bat um seine Beurlaubung. Er sollte ursprünglich vor dem Verkehrsausschuss aussagen. Nun nehmen der Politik- und Marketingvorstand der Bahn, Otto Wiesheu, der Anti-Korruptionsbeauftragte Wolfgang Schaupensteiner sowie der Leiter der Konzernsicherheit, Jens Puls, vor dem Gremium Stellung.

In ihrem Bericht räumt die Bahn ein, dass "beim maschinellen Screening eine unangemessen hohe Zahl von Mitarbeitern einbezogen" wurde. Auch seien weder der betriebliche Datenschutzbeauftragte oder die Arbeitnehmervertreter eingebunden noch die Mitarbeiter informiert worden. Die Bahn könne nicht ausschließen, "dass beauftragte externe Dienstleister beim Einholen von Informationen - teilweise mit Kenntnis und Billigung von Mitarbeitern der DB AG - gegen Gesetze verstoßen haben".

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn erklärte: "Alles, was wir bis heute wissen, liegt jetzt auf dem Tisch." Er kündigte an, bis zur Aufsichtsratssitzung am 27. März einen Abschlussbericht vorzulegen. "Auf Grundlage dieser Bewertung sind dann geeignete Maßnahmen zu treffen, um zukünftig Fehlverhalten auszuschließen."

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