Deutsche Bank empfiehlt Gazprom Aufbau einer Öltochter
Russland will auch Sibneft kontrollieren

Der dem reichsten Russen und FC Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch gehörende russische Ölförderer Sibneft soll Presseberichten zufolge von einem der staatlich kontrollierten Energiekonzerne Gazprom oder Rosneft übernommen werden.

mbr MOSKAU. Demnach verhandelten sowohl der weltgrößte Erdgasproduzent als auch der noch vollständig in Staatsbesitz befindliche Ölkonzern über den Kauf eines Kontrollpakets des nach den Förderkosten effizientesten russischen Erdölproduzenten. Ein Sibneft-Sprecher dementierte gestern allerdings Verkaufsabsichten seitens der Hauptaktionäre um Abramowitsch.

Die Deutsche Bank als Beraterin von Gazprom hatte dem Unternehmen den Aufbau einer Öltochter empfohlen, bestätigte ein ranghoher Mitarbeiter dem Handelsblatt. Zuvor war der Gazprom-Plan gescheitert, die wichtigste Fördertochter des mit 28 Mrd. Dollar Steuernachforderungen vor dem Aus stehenden Ölkonzerns Yukos zu kaufen. Diese war an den Rosneft-Konzern gegangen, der jetzt durch die Übernahme von Sibneft weiter wachsen wolle. Sibneft gehört derzeit zu 57,5 Prozent der Abramowitsch-Holding Millhouse. 34,5 Prozent der Sibneft-Papiere, die sich im Besitz von Yukos befinden, sind von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Sibneft ist der fünftgrößte russische Ölförderer und verfügt über Reserven von 4,8 Mrd. Barrel (je 159 Liter). Der russische Staat baut zur Zeit seine Kontrolle über den Rohstoffsektor immer weiter aus und soll in Kürze auch formal seine Gazprom-Beteiligung von derzeit 38,4 auf mehr als 50 Prozent erhöhen. Mit dem Geld aus einem Aktienrückkauf bei Gazprom-Töchtern könnte der Gasmonopolist auf Einkaufstour in der Ölbranche gehen. Es ist erklärtes Ziel von Gazprom-Chef Alexej Miller, sein Unternehmen zum internationalen, vertikal integrierten Energiekonzern auszubauen – mit starken Standbeinen in der Gas- und Ölförderung sowie in der Stromerzeugung.

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