Deutsche Bekleidungshersteller wollen 2004 wieder wachsen
Modebranche zwischen Hoffnung und Tristesse

Das Bild der deutschen Bekleidungswirtschaft präsentiert sich zum Jahreswechsel zwiespältig. Während die Bekleidungsindustrie die Talsohle erreicht sieht und 2004 mit Wachstum rechnet, wie der Präsident des German Fashion Modeverband Deutschland, Klaus Brinkmann, während der Pressekonferenz zur Modemesse „CPD Woman Man“ (1. bis 3. Februar) in Düsseldorf betonte, stellt der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) für den Handel ernüchtert fest, „dass die Wende noch nicht geschafft ist“.

DÜSSELDORF. Den Unterschied macht die Auslandsnachfrage, die das Geschäft der deutschen Industrie belebt, während der Handel unter dem stagnierenden privaten Inlandskonsum leidet.

Nach einer Umfrage des German-Fashion-Verbands im Dezember 2003 gaben 44,1 % der Hersteller von Damenbekleidung und 48,4% der Herren-Mode-Schneider an, dass sie ihren Exportanteil erhöht haben. Weniger als 10% verzeichneten Einbußen im Auslandsgeschäft. Dass die Erlöse im Vorjahr im Bereich Damenmode nur um 0,8% gesunken und im Herrenmode-Bereich gar um 0,5 % gestiegen sind, wertet Brinkmann als Trendwende. Den Gesamtumsatz 2003 bezifferte er mit etwa 9,2 Mrd. Euro. Von der Aufhellung ermutigt, plant die Herren-Mode-Industrie in diesem Jahr ein Wachstum von 2,1%, die Damen-Mode-Industrie sogar von 4,4 %. Die Stimmung hat sich offenbar belebt, denn die Mehrzahl der Hersteller beurteilte das Vorjahresgeschäft als „gut bis befriedigend“.

Tristesse ist dagegen im Textileinzelhandel angesagt. Im vergangenen Jahr, so schätzt Siegfried Jacobs, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BTE in Köln, büßte er 5 % seiner Erlöse ein. Das waren in absoluten Zahlen gemessen 3 Mrd. Euro weniger als im Jahr 2002, als die Händler noch Waren im Wert von 58 Mrd. Euro absetzen konnten. Die Modebranche leide in schlechten Zeiten überproportional stark, stellt Jacobs fest: „Bekleidung und Mode haben viel mit Emotionen zu tun, was den Verkauf dieser Produkte besonders anfällig gegenüber wirtschaftlichen und politischen Krisenstimmungen macht.“ Und ob die Steuerreform eine Belebung bringt, ist nach Schätzung des BTE noch offen. Derzeit ist nur „gedämpfter Optimismus“ angesagt.

Die massiven Absatzprobleme finden laut Jacobs ihren Ausdruck in den Rabattschlachten, die sich die Händler liefern und die die Markenhersteller verunsichern. Das sei keine dauerhafte Lösung des Problems, gibt der Verbands-Manager seiner Klientel mit Blick auf schrumpfende Renditen zu bedenken. Er hofft deshalb, dass die Branche zur Einsicht kommt, bevor die Markenindustrie Schaden nimmt, weil „sich für den Verbraucher der Eindruck aufdrängt, dass jeder reguläre Preis für Markenware maßlos überzogen ist“, so Brinkmann.

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