Deutsche Firmen im Visier
Die Ziele der Firmenkäufer

Die Krise klingt ab, Unternehmen kaufen wieder kräftig zu. Die aufstrebenden Länder mischen kräftig mit und nehmen deutsche Firmen ins Visier – Fehlgriffe inklusive.
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fo/huh/fmk/fwi. Das fast 15 Mrd. Dollar schwere Gebot war ein klares Signal: Reliance Industries will beim weltweiten Übernahmepoker mitspielen. Doch die Eigentümer des angeschlagenen Kunststoffkonzerns Lyondell-Basell, zu dem auch ehemalige Chemiewerke der BASF gehören, lassen die Inder auflaufen. Sie wollen selbst sanieren.

Reliance hätte mit Lyondell einen bemerkenswerten Deal in der Chemiebranche gestemmt. Der gescheiterte Versuch wird den indischen Konzern nicht abschrecken, die Einkaufstour in Europa fortzusetzen.

Die Rückkehr der Firmenjäger aus den Schwellenländern kommt langsam Fahrt. „China ist auch während der Krise nicht weggetaucht. Die anderen Schwellenländer haben dagegen eine ordentlichen Dämpfer verkraften müssen,“ stellt Alexander Roos fest. Roos ist Experte für das Übernahme-Geschäft (M&A) bei der Unternehmensberatung Boston Consulting (BCG).

Die Ziele der Firmenkäufer sind eindeutig: Sicherung der Rohstoffquellen in Afrika, Asien oder Australien, Zugriff auf Technologie und Märkte in Europa.

„Strategisch geht es primär um Zugang zu westeuropäischen Märkten und Know-how-Transfer“, sagt der Wissenschaftler Wladislaw Below. Bei russischen Investoren stehe nicht so sehr der Aufkauf von Technologie im Vordergrund, um damit in Russland eigene Produkte zu entwickeln. So weit seien die Russen noch gar nicht. Gesucht sei in erster Linie Management-Know-how: Risiko- und Prozesssteuerung etwa, Stimulierung von Innovationen und Kostenkontrolle.

Ohnehin hat sich die Furcht vor Investoren aus Schwellenländern zumindest in einem Punkt als weitgehend unbegründet erwiesen. „Asiatische Investoren haben deutsche Firmen nicht ausgeschlachtet und zugemacht. Sie wollen ihre Zukäufe nutzen, um in die Westmärkte zu kommen,“ sagt Ulrich Ackermann, Auslandsexperte beim Maschinenbauverband VDMA.

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