Deutsche Firmen investieren
Wieder Bewegung am „Standort D“

Wochenlang beherrschte die „Heuschrecken“-Debatte über die Macht ausländischer Investoren und Hedge-Fonds den Standort Deutschland. Mit dem Einstieg von Porsche bei VW steht nun aber eine deutsche Beteiligung im Mittelpunkt.

HB FRANKFURT. „In Deutschland tut sich wieder etwas“, lautet das Urteil der Volkswirte. Experten sehen in diesem Schritt einen Impuls für andere deutsche Unternehmen, sich auf dem heimischen Markt umzuschauen. Gute Nachrichten könnten den Standort stärken. Ein Wiederaufleben der „Deutschland AG“, ein in der Nachkriegszeit entstandenes enges Geflecht aus Banken und Industriekonzernen, sehen Volkswirte aber nicht.

Mit seinem Überraschungscoup hat der Sportwagenbauer Porsche nach Ansicht von Finanzexperten internationale Hedge-Fonds ausgebremst. Genau so sah man dies am Montag auch bei Porsche und Volkswagen. Dort war befürchtet worden, dass Hedge-Fonds sich „Filet-Stücke“ von VW, wie etwa Audi, einverleiben wollten, um diese mit Gewinn weiter zu verkaufen. Nachdem dies mit der geplanten Übernahme von 20 % von VW durch Porsche durchgekreuzt wird, blieb der von einigen Analysten erwartete Kurssprung der VW-Aktie zu Wochenbeginn aus.

„Nach den ausländischen Sanierern kommen jetzt die inländischen Sanierer“, sagt der Chefvolkswirt-Europa der Bank of America, Holger Schmieding. „Deutschland ist wieder interessant geworden.“ Anglo-amerikanische Investoren schätzen schon länger die niedrigen Lohnstückkosten und Arbeitsmarktreformen. Viele sehen den „Standort D“ positiver als die Deutschen selbst. Für die Wirtschaft und die Firmen seien der umfassende Wandel und die notwendigen Restrukturierungen allein kaum zu schaffen - deshalb müssten Partner her, die nun auch verstärkt aus Deutschland kommen könnten.

Experten sehen einen neuen Trend: Deutsche Firmen blättern für ein lohnendes Investment in Deutschland die prallen Sparbücher auf. Denn die „Kriegskassen“ der Konzerne sind gut gefüllt. Nach einer Studie der Universität Saarbrücken und der Unternehmensberatung Mercer Management sowie dem Handelsblatt haben die börsennotierten Unternehmen allein im Geschäftsjahr 2004 rund 100 Mrd. € gehortet. Die Konzerne seien finanziell gesundet, lautet das Ergebnis.

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