Deutsche gegen den Trend Krisenbranchen kappen Ausgaben für Forschung

Erstmals seit Jahren sanken 2009 die Investitionen für Innovationen. Vor allem Autokonzerne sparten. Doch es gibt Ausnahmen. Gerade China und Indien investieren inmitten der Krise in Forschung - allerdings von niedriger Basis aus.
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Viele Unternehmen kappten 2009 den Forschungsetat. Quelle: ap

Viele Unternehmen kappten 2009 den Forschungsetat.

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DÜSSELDORF. Wenn in der Rezession die Aufträge wegbrechen, muss meist das Innovationsbudget Federn lassen. Siemens zeigt, dass es anders geht: In Krisenzeiten muss man antizyklisch investieren", sagt Reinhold Achatz, Leiter Zentrale Forschung von Siemens.. Siemens kürzte die Verwaltungskosten, investierte aber drei Prozent mehr in Innovationen.

Gegen die Krise anzuforschen – dazu fühlten sich 2009 nur wenige Konzerne rezessionsgeplagter Branchen in der Lage. Über die Hälfte aller 1 000 Unternehmen weltweit, die am meisten für Forschung & Entwicklung (F&E) ausgeben, mussten hier sparen: Dies betraf fast nur die Sparten Automobil, IT und Elektronik sowie die Industrie. Alle anderen Branchen investierten mehr in F&E als zuvor.

Das zeigt eine Analyse der Strategieberatung Booz & Company. Erstmals seit dem Start der Studie 1997 sind die weltweiten F&E-Investitionen im Schnitt gesunken – um 3,5 Prozent. Tröstlich: Anderswo sparten die Konzerne deutlich mehr.

Booz zufolge wurden 2009 weltweit etwa 1 058 Mrd. Dollar in F&E investiert. Knapp die Hälfte (504 Mrd. Dollar) stammen von den Top-1 000-Konzernen, 40 Prozent aus dem öffentlichen Sektor. 50 Firmen aus Deutschland spielen in der Oberliga der Forschungsinvestoren, davon neun unter den ersten 100: VW (Rang 15), Siemens (16), Daimler, Bayer, BMW, SAP, BASF, Continental und Merck. Im Schnitt sank der F&E-Etat der deutschen Konzerne um 3,1 Prozent. Trotzdem blieb Deutschland vor Frankreich und der Schweiz „Innovations-Europameister“.

Japans Konzerne kürzten ihre Forschungsetats drastisch um 10,8 Prozent. Firmen aus China und Indien dagegen investierten inmitten der globalen Krise 40 Prozent mehr – jedoch von niedriger Basis. Hinzu kommt: „Immer mehr Forschungsinvestitionen verschieben sich nach China und Indien“, sagt Stefan Eikelmann, Deutschlandchef von Booz.

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