Deutsche haben der Flutwelle neuer Modelle anderer Hersteller nicht viel entgegenzusetzen
VW gerät in China in die Defensive

Honda und Hyundai nehmen dem Marktführer Volkswagen im ohnehin schwieriger gewordenen chinesischen PKW-Markt immer mehr Anteile ab.

PEKING. Die PKW-Verkäufe im Reich der Mitte sind nach Angaben der China Association of Automobile Manufacturers im Oktober im Vergleich zum September um 7,8 Prozent zurückgegangen. Auf Jahresbasis wuchsen sie nur noch um 7,3 Prozent, nach stürmischen Zuwächsen von 80 Prozent im vergangenen Jahr.

Im laufenden Jahr haben aber Kreditrestriktionen der Regierung, die erste Zinssteigerung in neun Jahren, hohe Ölpreise und zögerliche Verbraucher, die angesichts heftiger Preiskämpfe geplante Käufe hinauszögern, auf dem am schnellsten wachsenden Markt der Welt für Ernüchterung gesorgt. Doch während VW im Oktober gegenüber dem Vorjahr einen Verkaufsrückgang von neun Prozent erlitt, legten Honda 72 Prozent und Hyundai 214 Prozent zu.

Der Autoanalyst Jerry Lou bei Morgan Stanley in Hongkong führt den Erfolg der Konkurrenz aus Südkorea und Japan überwiegend auf neue Modelle zurück: „Bei Hyundai trägt der vor zehn Monaten eingeführte Elantra den Großteil zum Zuwachs bei.“ Bei Toyota hat sich der Corolla zum Erfolgsmodell entwickelt.

VW dagegen musste bei dem etwas länger eingeführten Polo ein Minus von 72,6 Prozent und bei dem betagten Passat einen Einbruch von 64,7 Prozent verkraften. Dass die Chinesen stark auf neue Modelle schielen, bekommt auch General Motors zu spüren. Die Verkäufe von Schanghai-GM gingen im Oktober auf Jahresbasis um 42,1 Prozent zurück. Wenn der US-Konzern wegen des starken Frühjahrs- und Sommergeschäfts in China 2004 noch auf 34,5 Prozent Wachstum kommt, verdankt er das vor allem dem im August eingeführten Excelle. Der Buick Regal hingegen, der schon länger im Markt ist, verlor 58 Prozent.

Dem Marktführer VW machen in China nicht allein die wogenden Preiskämpfe zu schaffen, die im Konzert mit steigenden Stahlpreisen die Margen verringern, sondern zunehmend die Flutwelle neuer Modelle anderer Hersteller, der VW nicht viel entgegenzusetzen hat. „VW hatte all die Jahre keine richtige China-Strategie“, sagt ein gut mit dem China-Geschäft vertrauter Ex-Manager des Konzerns, der nicht genannt werden will.

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