Deutsche Hersteller haben Rußfilter-Technologie «schlichtweg verpennt»
IG Metall attackiert Mercedes-Chef wegen Rückholaktion

HB BERLIN. Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat Mercedes-Chef Eckhard Cordes, der seit einem guten halben Jahr im Amt ist, vorgeworfen, sich mit der in der DaimlerChrysler-Geschichte beispiellosen Rückrufaktion von 1,3 Millionen Fahrzeugen vor allem von den Entscheidungen seines Vorgängers Jürgen Hubbert abgrenzen zu wollen. Der Rückruf sei nur zum Teil durch technische Mängel zu begründen, sagte Hofmann der «Berliner Zeitung» vom Samstag.

«Die Rückruf-Aktion ist damit auch politisch motiviert – zumindest hinsichtlich ihres Ausmaßes.» Dabei nehme Cordes einen Imageschaden von Mercedes in Kauf, «und das kann ich nicht akzeptieren», ergänzte der IG-Metall-Stratege. Der Imageschaden könne sich «früher oder später rächen»: Von den Rückrufen seien im großen Stil auch Firmenflotten betroffen. «Wenn deren Erneuerung ansteht, wird sich der eine oder andere Kunde überlegen, ob er weiterhin Mercedes fahren will.»

Hofmann sagte weiter, die Autobranche habe grundsätzlich mit dem Problem zu kämpfen, dass angesichts immer kürzerer Produktzyklen und eines hohen Kostendrucks kaum noch Zeit bleibe, um Neuentwicklungen ausreichend zu testen. Es habe in den Konzernspitzen aber auch «gravierende Fehlentscheidungen» gegeben.

«Die Rußfilter-Technologie haben die deutschen Hersteller schlichtweg verpennt. Man hat sich zu sehr auf die Entwicklung abgasarmer Motoren konzentriert und den französischen Herstellern das Geschäft überlassen», kritisierte Hofmann.

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