Deutsche Industrie
Firmen wandeln sich zu globalen Netzen

Nur wenige Meter haben bei Adidas einst zwischen Idee und Fertigung gelegen. Heute liegen dazwischen tausende Kilometer. Der Konzern steht damit stellvertretend für den Weg, den viele deutsche Firmen in Zukunft gehen werden: Sie entwickeln sich zu globalen Netzen aus eigenen Standorten und externen Dienstleistern.

DÜSSELDORF. Auf dem Fabrikgelände im fränkischen Herzogenaurach nähten vor 20 Jahren Arbeiter Schuhe und Trainingsanzüge. Entwickler im Gebäude nebenan hatten die Produkte zuvor entworfen, die Marketingleute ein paar Büros weiter sorgten schließlich für den erfolgreichen Verkauf. Die Zentrale des Sportartikelherstellers ist zwar noch immer im beschaulichen Herzogenaurach. Doch sie wird umkreist von weiteren Zentren weltweit, von „Satelliten“, wie Adidas-Chef Herbert Hainer sie nennt.

Satellit A in Hongkong ist für die globale Beschaffung zuständig, Satellit B in Portland/Oregon fürs Marketing. Die Satelliten C und D in New York und Tokio funken neue Trends nach Herzogenaurach, wo Produkte entwickelt werden und die Fäden zusammenlaufen. Genäht wird bei Adidas schon lange nicht mehr selbst: Produktion ist nicht mehr Kernkompetenz, das übernehmen billige Fremdfirmen, vor allem in Asien.

Einst war Adidas ein deutsches Unternehmen. Heute nennt es Hainer lieber ein „internationales Unternehmen mit deutschen Wurzeln“. Der Konzern steht damit stellvertretend für den Weg, den in den vergangenen Jahren viele deutsche Firmen gegangen sind – und in Zukunft noch gehen werden: Sie entwickeln sich zu globalen Netzen aus eigenen Standorten und externen Dienstleistern. Auf dieses Netz verteilen sie Produktion, Forschung, IT und Vermarktung – dahin, wo sie für die jeweilige Aufgabe die besten Voraussetzungen finden.

Großkonzerne wie Siemens oder BASF setzen dies schon länger um. Seit ein paar Jahren trifft die Globalisierung auch den Mittelstand. Denn auch der brauche eine globale Unternehmensstruktur, sagt Klaus Bukenberger, Chef der schwäbischen Homag, einem Maschinenbauer, der die Holz- und Möbelindustrie beliefert. Homag ist seit vielen Jahren Weltmarktführer, so wie viele Maschinenbauer. Doch um führend zu bleiben, sagt Bukenberger, müssten aus den einst exportorientierten Mittelständlern echte Global Player werden.

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