Deutsche Industrie investiert in High Tech
Infrastrukturprojekte in China eröffnen neue Chancen

Die deutsche Wirtschaft sieht in China einen immer wichtigeren Technologiepartner – nicht nur für den Verkauf von 60 ICE-Zügen von der Siemens AG, dessen vertragliche Besiegelung in Kürze erfolgen soll.

DÜSSELDORF. Sie will sich daher stärker in zukunftsträchtigen Branchen positionieren. Chinas langer Marsch zur Technologienation bereitet vielen Firmen allerdings auch Kopfschmerzen. Denn noch geht China nicht so verantwortungsvoll mit Know-how um, wie es von einem Mitglied der Welthandelsorganisation zu erwarten wäre.

Deutsche Unternehmer klagen immer häufiger über die Hemmungslosigkeit, mit der ihre Produkte in der Volksrepublik nachgeahmt werden. Ein Thema, das auch beim Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao auf die Tagesordnung kommt. Die Verständigung auf Normen und Standards ist umso wichtiger, weil die Bundesregierung den Handel mit China bis 2010 verdoppeln will. Das hatte der amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei seinem sechsten und letzten China-Besuch im Dezember 2004 verkündet. Seine designierte Nachfolgerin, CDU-Chefin Angela Merkel, werde China die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie ihr Amtsvorgänger, betonte noch am Dienstag der CDU-Außenpolitiker Friedbert Pflüger. Nur beim Thema Waffenembargo dürfte sie wohl andere Akzente setzen – so hatte sie sich immer für eine gemeinsame Linie auf europäischer Ebene bei dem Thema ausgesprochen.

China marschiert mit wesentlich höherem Tempo auf eine intensivere Handelsverflechtung zu als Deutschland. Während die Importe aus dem Reich der Mitte rasant zunehmen, sanken die deutschen Ausfuhren im ersten Halbjahr deutlich. In den ersten acht Monaten sackten die Lieferungen von Automobilzubehör um 50 Prozent ab, bei Textilmaschinen waren es 36 Prozent, bei Kunststoffmaschinen 45 Prozent. Insgesamt lieferte China bis September Waren im Wert von 24,4 Mrd. Euro, fast doppelt so viel, wie das Land aus Deutschland bezog (siehe Grafik).

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Der Rückgang sei „kein Zufall“, heißt es dort. China müsse aufpassen, dass es deutsche Exporte durch Anforderungen an lokale Wertschöpfung, durch Normen, Zölle und Klauseln bei öffentlichen Ausschreibungen nicht diskriminiere. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Peking ein Interesse hat, die Schieflage zu korrigieren. „Das ist eine heikle Situation. Schließlich wollen wir keine amerikanische Diskussion entfachen“, heißt es im BMWA unter Anspielung auf das Defizit der USA im Handel mit der Volksrepublik und die protektionistischen Töne im US-Kongress.

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