Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt
Firmen verlagern qualifizierte Arbeitsplätze ins Ausland

Immer mehr deutsche Unternehmen planen, hoch qualifizierte Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben, sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“, er fürchte, dass die so genannten „Offshoring“-Pläne der deutschen Unternehmen „auf Dauer mehrere 100 000 hoch qualifizierte Ingenieure und Facharbeiter in Deutschland den Job kosten könnten“.

HB/dpa MÜNCHEN. Bedroht seien Arbeitsplätze in den Bereichen Informationstechnologie, Entwicklung und Verwaltung. „Die aktuelle Entwicklung ist desaströs“, sagte Wansleben.

Wie „Focus“ schreibt, startet der Münchner Elektronikkonzern Siemens in der russischen Stadt Woronesch ein Pilotprojekt mit 50 Mitarbeitern für die Steuerung von Teilprozessen des Rechnungswesens, des Einkaufs und des Posteingangs. Der Bauelementehersteller Epcos wolle weitere hochwertige Jobs in Osteuropa oder China schaffen. Auch die Finanzbranche sei auf dem Sprung. „Die deutschen Banken und Versicherungen stehen vor dem Einstieg in das Offshoring“, sagte Andreas Pratz von der Unternehmensberatung A.T.Kearney. Dei Deutsche Bank etwa überprüfe dies derzeit für den Bereich „Global Technology and Operations“.

Dem Drang ins lohngünstige Ausland stehen kaum Hindernisse im Weg. „Im Prinzip können die Firmen alle Jobs auslagern, die keine Kundenkontakte haben“, sagte Klaus-Heiner Röhl vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. In Osteuropa und Asien suchen viele gut ausgebildete Menschen Arbeit zu erheblich niedrigen Gehältern als hier zu Lande. „Diese Differenz kann die Politik mit Einschnitten ins soziale Netz nicht beseitigen - und wir auch nicht, selbst bei größtmöglichen Zugeständnissen“, sagte Wolfgang Müller von der IG Metall dem „Focus“.

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