Deutsche kaufen wieder
Fiat feiert Wiedergeburt

Der vor zwei Jahren noch totgesagte italienische Autohersteller Fiat zeigt sich zurzeit quicklebendig, auch wenn längst noch nicht alle Probleme gelöst sind. Zu der Wiederbelebung hat auch die deutsche Tochter im vergangenen Jahr beigetragen. Die Kunden hierzulande haben die Autos aus dem Süden wieder lieb gewonnen, besonders ein Modell.

FRANKFURT. Der Aktienkurs hat sich seit dem Frühjahr 2005 mehr als verdreifacht, Fiat Auto schreibt nach 17 verlustreichen Quartalen nun im fünften in Folge schwarze Zahlen, 2006 werden in Europa knapp 18 Prozent mehr PKW der Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia verkauft als im Vorjahr. „Im Vergleich zu 2005 ist Fiat in einer exzellenten Verfassung“ urteilen die Analysten des Bankhauses Sal. Oppenheim, merken aber auch an, dass der Konzern noch nicht absolut „wetterfest“ sei. Noch sind die Margen eher bescheiden.

Auf dem deutschen Markt konnten nach Angaben von Werner Frey, Chef der Fiat Automobil AG, 30 Prozent mehr Personenwagen abgesetzt werden. Mit 95 600 Autos blieb Fiat zwar hinter seinen Erwartungen zurück, und mit einem Marktanteil von 2,8 Prozent sind die Italiener weit entfernt von alten Glanzzeiten, doch der Trend ist klar positiv. Das schlug sich auch im Ergebnis der deutschen Tochter nieder, die laut Frey „eine schwarze Null“ erzielt hat.

Für 2007 verspricht Frey eine weitere Steigerung der Zulassungszahlen inklusive Transporter um 18 Prozent auf 132 000 Autos, 2008 sollen es bereits 150 000 werden. Doch hinter der Prognose stehen Fragezeichen. Viel wird davon abhängen, wie der Golf-Konkurrent Bravo, der im April zu den deutschen Händlern kommt, von den Autokäufern angenommen wird. Trifft er auf ebenso große Sympathie wie der Grande Punto, kann Fiat die Ziele in Deutschland vielleicht sogar übertreffen. Doch noch herrscht bei den Analysten Skepsis: „Wir fürchten, dass die Margen wieder unter Druck geraten könnten, wenn der Grande Punto langsam in die Jahre kommt und der Bravo diesen Effekt nur schwer ausgleichen kann“, heißt es bei den Experten der BHF-Bank.

Die Neuinterpretation des legendären Fiat 500, der gemeinsam mit dem Nachfolger des Ford Ka in Polen gebaut und ab Herbst zu haben sein wird, kann einen Margenverfall beim Volumenmodell Punto wohl kaum ausgleichen. Er dient eher der Markenpflege – auch wenn Fiat den Kleinwagen, den Frey als „kultverdächtig“ bezeichnet, preislich deutlich höher positionieren will als den Panda.

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