Industrie
Deutsche Maschinenbauer suchen tausende Mitarbeiter

dpa-afx FRANKFURT. Die deutschen Maschinenbauer wollen in diesem Jahr den jahrelangen Personalabbau beenden und rund 4 000 neue Stellen schaffen. Der größte industrielle Arbeitgeber Deutschlands will die Zahl der Mitarbeiter von 866 000 auf 870 000 ausbauen. "Die gute Auslastung der Betriebe macht das möglich. Gerade im Maschinenbau in Baden-Württemberg gibt es viele offene Stellen für Ingenieure und Facharbeiter", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (Vdma), Dieter Brucklacher, in einem dpa-Gespräch. "Notwendig dafür ist ein Produktionswachstum von drei Prozent. Im Herbst müssen zudem die Bedingungen für mehr Wachstum geschaffen werden, damit eine langfristige Perspektive für die Einstellungen besteht."

Die Trendumkehr zu mehr Beschäftigung sei seit Mitte vergangenen Jahres zu verzeichnen. 2004 war die Mitarbeiterzahl um rund ein Prozent gefallen. In der beschäftigungsintensivsten deutschen Industriebranche gehen durch Rationalisierungen jedes Jahr zwei bis drei Prozent der Arbeitsplätze verloren, die nur durch zusätzliches Wachstum auszugleichen sind.

Der Präsident räumte ein, dass der Maschinenbau sich auch in den nächsten Jahren verstärkt im Ausland engagieren und dort investieren wird. "Nur starke Internationalisierung sichert Arbeitsplätze in Deutschland", sagte Brucklacher. Die deutschen Maschinenbauer beschäftigen im Ausland etwa 250 000 Menschen - auf vier Mitarbeiter in Deutschland kommt ein Mitarbeiter im Ausland, und das schon seit vielen Jahren. "In anderen Branchen wie der Automobilindustrie beträgt das Verhältnis eins zu eins", sagte der Chef der Leitz- Gruppe.

Wegen des langsameren Wachstums des Welthandels und der anhaltenden Investitionsschwäche in Deutschland erwartet die zyklische Branche 2006 kein ausgeprägtes Produktionswachstum. "Wir hoffen aber, das hohe Umsatzniveau des Rekordjahres 2005 zumindest halten zu können, was ja auch schon ein Erfolg wäre", sagte Brucklacher. Für das laufende Jahr hält der Verband an seiner Prognose von drei Prozent Produktionswachstum fest, das entspricht rund 147 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatten die heimischen Maschinenbauer vor allem wegen der Exporterfolge die Produktion um 5,2 Prozent gesteigert.

Sorge bereitet den Maschinen- und Anlagenbauern, dass die Firmen im Inland weiterhin sehr zurückhaltend investieren. "Die Inlandsorder liegen auf dem mageren Niveau der 90er Jahre", sagte Brucklacher. Von Januar bis Mai blieben die Bestellungen um zehn Prozent unter dem Vorjahr. Brucklacher forderte von der Bundesregierung mehr Flexibilisierung am Arbeitsmarkt, kürzere Abschreibungsfristen zur Förderung von Investitionen und die Legalisierung der betrieblichen Bündnisse für Arbeit. Aus dem Ausland laufen die Bestellungen dagegen weiter robust.

Trotz des Umsatzwachstums seien die Erträge der Branche nicht entsprechend gestiegen und lägen derzeit bei knapp vier Prozent vor Steuern. "Das ist nicht viel mehr als früher", sagte Brucklacher. Grund dafür seien der starke Euro, die hohen Rohstoffpreise und steigende Personalkosten. Die hohen Stahlpreise hätten der Branche innerhalb eines Jahres rund drei bis vier Mrd. Euro Mehrkosten verursacht.

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