Deutsche Steinkohle
Neue Hoffnung für Kokskohlenzeche in Deutschland

Eigentlich soll im Jahr 2018 Schluss sein. Wenn die Bundesregierung ihre Pläne umsetzen kann, wird dann der letzte Karren Kohle aus den deutschen Gruben rollen. Doch jetzt steigen die Preise wieder. Und neue Projekte in Deutschland erscheinen wieder möglich.

DÜSSELDORF. Als Werner Müller, damals noch Chef des Chemie-, Energie- und Bergbaukonzerns RAG, im April 2005 erstmals seit 30 Jahren die Genehmigung für den Bau einer neuen Kokskohlenzeche in Deutschland beantragte, reagierten Branchenkenner mit Kopfschütteln. Denn Kokskohle vom Weltmarkt war damals noch billig, der Preis lag erheblich unter den hohen Förderkosten in Deutschland.

Deshalb unterstellten Politiker von CDU, Grünen und der FDP dem früheren Bundeswirtschaftsminister im ersten Kabinett von Kanzler Gerhard Schröder auch Wahlkampfhilfe für die SPD. Schließlich fanden im Mai 2005 Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen statt. Und es war klar, dass bei einer Abwahl der dem Bergbau traditionell eng verbundenen SPD die Mittel für den Bergbau radikal gestrichen würden.

Tatsächlich regiert in Düsseldorf seit drei Jahren eine schwarz-gelbe Koalition, das voraussichtliche Ende der Steinkohlenförderung im Jahr 2018 ist besiegelt und eine sukzessive Kürzung der öffentlichen Fördermittel eingeleitet. Auch Müller ist nicht mehr bei der RAG, sondern inzwischen Chef des aus ihr hervorgegangenen Industriekonzern Evonik. Aber das "Donar" genannte Bergbau-Projekt nördlich von Dortmund ist immer noch aktuell. Denn beim derzeitigen Weltmarktpreis für Kokskohle wäre die Zeche profitabel.

Als Folge des anhaltenden Stahlbooms, insbesondere in China, sind die Preise für Kokskohle in bisher nicht gekannte Höhen geklettert. In ihren neuen Jahresverträgen mit den Rohstoffkonzernen in Australien akzeptierten die Stahlhersteller im Vergleich zum Vorjahr eine Preissteigerung von 200 Prozent. "Pro Tonne Kokskohle müssen die Stahlhersteller inklusive Frachtkosten seit Jahresmitte umgerechnet 245 Euro je Tonne bezahlen", sagt Wolfgang Ritschel, Geschäftsführer des Vereins der Kohleimporteure in Hamburg.

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