Deutsche Steinkohle vor dem Aus
Einstieg in den Kohle-Ausstieg: Zeche Walsum macht dicht

Während die Weltmarktpreise für Steinkohle steigen und steigen, steigt Deutschland aus der Steinkohleförderung aus: Gestern hat das Bergwerk Walsum nahe Duisburg als erste von bundesweit noch acht Zechen den regulären Abbau eingestellt.

DÜSSELDORF. Im Februar 2007 hatten der Bund, die Kohleländer, der Bergbaubetreiber RAG und die Gewerkschaft IG BCE den Ausstieg beschlossen. Wegen der ungünstigen geologischen Lage und Fördertiefen von bis 1 600 Metern gilt deutsche Steinkohle als international nicht wettbewerbsfähig. Mit durchschnittlichen Förderkosten von 150 Euro je Tonne kostete heimische Steinkohle 2007 mehr als dreimal so viel wie Importkohle. Um diese Differenz auszugleichen, musste die öffentliche Hand für 2007 alleine für die laufende Kohleproduktion Beihilfen in Höhe von fast 2,1 Mrd. Euro an den Bergbau zahlen. Einschließlich der Aufwendungen für Zechenstilllegungen und Altlasten überwiesen Berlin und Düsseldorf insgesamt 2,4 Mrd. Euro. Davon entfielen 1,9 Mrd. Euro auf den Bund, der Rest auf NRW.

In diesem Jahr freilich sieht die Rechnung deutlich positiver für die Steuerzahler aus. Nach Berechnungen des Rheinisch Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Handelsblatts müssen der Bund und NRW dem Kohlekonzern RAG mit 1,8 Mrd. Euro rund 500 Mill. Euro weniger überweisen als zunächst geplant. Grund ist die weltweite Rohstoffhausse, die auch den Weltmarktpreis für Steinkohle auf immer neue Höchststände treibt.

Nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) haben die deutschen Stromerzeuger im ersten Quartal für Kraftwerkskohle vom Weltmarkt im Schnitt knapp 94 Euro pro Tonne Steinkohleneinheit (SKE) gezahlt. Das ist ein Preissprung von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Aktuell betrage der Spotpreis für importierte Kraftwerkskohle sogar 140 Euro pro Tonne SKE, sagte Wolfgang Ritschel, Geschäftsführer des Vereins der Kohlenimporteure. Als Folge des anhaltenden weltweiten Stahlbooms hat sich der Preis für importierte Kokskohle sogar noch stärker verteuert. Pro Tonne Kokskohle müssen die Stahlhersteller inklusive Frachtkosten seit Jahresmitte umgerechnet 245 Euro je Tonne bezahlen.

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