Deutsche Technik
Für Chinesen ist Transrapid „verzichtbar“

Die Verlängerung der Transrapid-Strecke in China steht laut zweier Zeitungsberichte vor dem Aus. Chinesische Stellen hätten den Ausbau der Strecke als „verzichtbar“ bezeichnet, hieß es. Die Gespräche stünden kurz vor dem Abbruch. Die deutsche Seite wiegelt zwar ab, doch offenbar haben die Chinesen bereits eine Alternative ins Auge gefasst.

HB FRANKFURT. Die chinesische Seite drohe damit, ihre Pläne für die Verlängerung der Transrapid-Strecke aufzugeben und statt dessen eine Eisenbahn zu bauen, schreibt die chinesische Zeitung „21st Century Business Herald“. Auch „Die Welt“ meldet das nahe Scheitern des Projekts. Informierte chinesische Kreise schilderten der Deutschen Nachrichtenagentur in Peking, angesichts der Differenzen „scheint es unmöglich, dass der Bau wie geplant noch dieses Jahr beginnen kann“.

Vom Transrapid-Konsortium verlautete hingegen in Berlin, die Gespräche seien „auf einem guten Weg“ und es gebe „keinen veränderten Stand“. Die Bundesregierung betonte, man sei weiter am Bau der weltweit ersten langen Transrapid-Strecke in China interessiert, aber „nicht um jeden Preis“. Regierungssprecher Thomas Steg sagte in Berlin, es gehe unter anderem um Vorstellungen der chinesischen Seite über eine Finanzierung „mit deutschen Geldern“. „Insoweit gibt es da schwierige Verhandlungen.“ Dies habe die chinesische Seite ebenso deutlich gemacht wie andererseits das Interesse am Ausbau der Strecke.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte kürzlich in China Gespräche auch über umstrittene Fragen des Technologietransfers sowie deutsche Urheberrechte geführt. Zur Frage, ob die chinesische Seite in diesem Streit jetzt nachlege, erwiderte Steg, er wolle dies nicht kommentieren. „Wir befinden uns in laufenden Verhandlungen.“ Diese dürften nicht erschwert werden. Jetzt wolle man an der Realisierung des Projekts arbeiten.

Derzeit verbindet der Transrapid die chinesische Metropole Schanghai mit dem 30 Kilometer entfernten Flughafen. Verhandelt wird über eine Verlängerung der Trasse bis ins 175 Kilometer entfernte Hangzhou. An dem Projekt sind auf deutscher Seite maßgeblich Siemens und Thyssen-Krupp beteiligt.

„China wird den Bau der Magnetschnellbahnlinie einstellen, wenn die Gespräche vollständig zum Stillstand kommen“, sagte Projektleiter Wu Xiangming gegenüber dem „21st Century Business Herald“. Der Vizedirektor der zuständigen Reform- und Entwicklungskommission in der Provinz Zhejiang, Chai Xianlong, nannte die Magnetbahn darin nicht unverzichtbar und „nicht dringlich“. Es sei nicht nötig, sie jetzt zu bauen. Auch müsse sie nicht vor Beginn der Weltausstellung 2010 in Schanghai fertig werden.

Der Experte Wang Gang von der Tongji-Universität, der an den Verhandlungen beteiligt ist, sagte nach Angaben der Zeitung, es könnte auch eine Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke zwischen Schanghai und Hangzhou gebaut werden. Ferner arbeite China schließlich selber an der Magnetbahntechnologie.

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