Deutsche Tiermast
Zahlen zu Antibiotika-Einsatz veröffentlicht

Zum ersten Mal veröffentlichte das zuständige Bundesamt Zahlen zum Medikamenten-Einsatz in der deutschen Tiermast. Demnach wurden im vergangenen Jahr 1734 Tonnen Antibiotika an Tierärzte abgegeben.
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BerlinErstmals gibt es genaue Zahlen zum Einsatz von Antibiotika in der Tiermast in Deutschland: Im vergangenen Jahr gaben Pharmaunternehmen und Großhändler 1734 Tonnen Antibiotika an Tierärzte ab, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin am Dienstag bekannt gab. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung war in den vergangenen Monaten massiv kritisiert worden. Er begünstigt nach Ansicht von Experten die Entwicklung resistenter Erreger; immer mehr Menschen sprechen daher auf eine Behandlung mit Antibiotika nicht mehr an.

Mehrere Studien hatten einen übermäßigen Medikamente-Einsatz in der Tiermast aufgedeckt: Nordrhein-Westfalen etwa veröffentlichte Ende 2011 eine Untersuchung, wonach fast alle Hähnchen aus Mastbetrieben Antibiotika bekommen, und zwar zum Wachstums- oder Gesundheitsdoping. Niedersachsen kam zu ähnlichen Ergebnissen bei der Aufzucht von Kälbern und Schweinen.

Die Bundesregierung hatte die Informationspflicht der Firmen beschlossen, um die steigende Vergabe von Antibiotika an Masttiere besser kontrollieren zu können. Die Mengenerfassung allein erlaube es aber nicht, eine direkte Verbindung zwischen der Abgabemenge und der Behandlungshäufigkeit einzelner Tierarten herzustellen, erklärte das BVL am Dienstag.

Der Deutsche Bauernverband bemängelte, dass keine Aufschlüsselung der Daten nach Tierarten erfolgt. "Hilfreich" wäre zudem eine Differenzierung nach Tieren, die Lebensmittel liefern, und Tieren, die als Hobby gehalten werden. Ebenso fehlten verlässliche Daten über den Status im humanmedizinischen Bereich.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat bereits eine umfangreiche Novelle des Arzneimittelgesetzes angekündigt. Vorgesehen ist darin unter anderem auch der Aufbau einer bundesweiten amtlichen Datenbank, in die künftig jede vom Tierarzt verordnete Antibiotika-Gabe zeitnah einzutragen ist, wie ihr Ministerium im Juli mitgeteilt hatte.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Immer wieder treten schockierende Skandale auf, wenn wieder einmal nachgewiesen wird, dass antibiotikaresistente Keime in tierischen Produkten gefunden werden.
    Der Fleischatlas 2013 zeigt eindeutig den Zusammenhang zwischen der steigenden Antibiotikaresistenz bei Mensch und Tier und der Vergabe von Antibiotika in der sogenannten Nutztierhaltung auf. 2011 sollen laut Angaben der Pharmakonzerne 1.734 Tonnen Antibiotika an Tierärzte in der EU geliefert worden sein. 99 Prozent davon gehen in die Agrarindustrie. Insbesondere bei Hühnern, Puten uns Schweinen, werden in rund 80 Prozent der Betriebe Antibiotika vergeben. Auch ist die Rede von über 80 Einzelgaben pro Tier und Mastdurchgang bei Puten. Das alles findet sich später in der Putenbrust auf unserem Teller wieder. Dann esse ich doch lieber einen Linseneintopf, um mein Proteinbedarf zu decken!
    Wie so oft interessiert das Leiden der Tiere in der Intensivtierhaltung die Politiker und den Großteil der Konsumenten nur wenig, doch hier geht es schließlich auch um die eigene Gesundheit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung teilte mit, dass eine Erkrankung durch antibiotikaresistente Keime schlechter behandelbar sei und durchaus zum Tod führen kann. Jährlich sind in Europa rund 250.000 Menschen betroffen.
    Anstatt an dieser Stelle einzugreifen werden von der Bundeslandwirtschaftsministerin immer weitere Megamastanlagen zugelassen, die wiederum mehr Antibiotika in den Kreislauf einbringen werden. Menschen und Tiere stehen wie so oft hinter den Interessen der Wirtschaft. PETA und weitere Tierschutzorganisationen sprechen sich aus diesem Grund für eine pflanzliche Ernährung aus, die bei weitem gesünder und tierfreundlicher ist. Ich habe mich für die vegane Ernährung entschieden!

  • . ., die noch(!) zu nichts zu gebrauchen ist.
    Aber, es kann ein Anfang sein, um spaeter bessere
    Zahlen (Pl.) zu haben.

  • Das ist doch toll. Für viel Geld wurde jetzt eine Zahl ermittelt, die zu nichts zu gebrauchen ist.
    Frau Aigner, sie können stolz auf sich sein.

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