Deutsche Umwelthilfe klagt an
Streit über Diesel-Filter wirbelt Schmutz auf

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft im Streit über offenbar wirkungslose Nachrüstfilter für Diesel-Fahrzeuge dem Hersteller GAT Betrug vor. Das Gladbecker Unternehmen meint, den Grund für die Beschuldigung zu kennen: „Die Umwelthilfe will uns vom Markt fegen.“

DÜSSELDORF. „Die Geschäftsführung hat davon gewusst, dass die Filter nicht ordnungsgemäß arbeiten“, sagte ein DUH-Sprecher dem Handelsblatt. „Das Unternehmen hat Prüfdokumente manipuliert.“ Aus dem Ergebnis „durchgefallen“ sei so ein „funktionstüchtig“ geworden.

Ein GAT-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. „Die Umwelthilfe will uns vom Markt fegen“, sagte er und verwies auf Spenden zweier GAT-Wettbewerber an den eingetragenen Verein Deutsche Umwelthilfe. „Wir arbeiten mit den beiden Unternehmen HJS und Twin Tec seit Jahren zusammen und haben auch Spenden von ihnen erhalten“, räumte ein DUH-Sprecher ein. Das habe aber nichts damit zu tun, dass die GAT-Filter nicht funktionierten. Generell setze der Verein bewusst auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Die Auseinandersetzung um die Funktionstüchtigkeit einiger nachrüstbarer Rußpartikelfilter zeigt Wirkung. Viele Umrüstwillige, die Umweltschutz und Steuerersparnis verbinden wollen, halten sich offenbar zurück. „Die Nachfrage ist eingebrochen“, hieß es bei Herstellern und Werkstätten.

Die Werkstattkette Pit Stop hat den Einbau der von der DUH als wirkungslos eingestuften Filter kurzfristig gestoppt. Seit April 2007, als die Steuerrückzahlung von 330 Euro für das Nachrüsten eines Autos mit einem Partikelfilter in Kraft trat, hat Pit Stop nach eigenen Angaben mehr als 1 000 Fahrzeuge umgerüstet. „Die Nachfrage übertraf lange die Verfügbarkeit. Wer Filter liefern konnte, wurde gekauft“, sagte der zuständige Pit-Stop-Einkaufsleiter dem Handelsblatt. Jetzt müssten die Behörden handeln. „Wir warten erst einmal ab, was passiert.“ Kunden hätten derzeit keinen Anspruch auf einen Austausch.

Marktführer ATU hat den Vertrieb vorläufig eingestellt. „Wir haben GAT-Systeme ohnehin nur bei solchen Autotypen eingesetzt, bei denen es keine Alternative gab“, sagte ein ATU-Sprecher dem Handelsblatt. Eine generelle Kulanzregelung gebe es nicht, aber man sei bemüht, jedem Kunden gerecht zu werden. GAT selbst hat eine Infohotline unter der Telefonnummer 02043 / 94 00 47 eingerichtet.

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