Deutsche und amerikanische Konzerne liebäugeln mit Industriesparte
Bosch angeblich an Schaeffler interessiert

Im Ringen um die Zukunft der Schaeffler-Gruppe gibt es womöglich erste ernsthafte Interessenten für Teile des hochverschuldeten Konzerns. Nach Angaben aus Industriekreisen haben Bosch und der US-Konkurrent Timken ihr Interesse an der profitablen Industrie-Sparte von Schaeffler signalisiert. Der weltgrößte Autozulieferer dementierte dies jedoch.

HB HAMBURG/MÜNCHEN. Es habe bereits erste Gespräche gegeben, bestätigten Finanzkreise dem Handelsblatt. Allerdings sind die Gläubigerbanken, die bald die Kontrolle bei Schaeffler übernehmen, derzeit noch nicht zum Verkauf bereit. Im Umfeld Schaefflers wird eine Zerschlagung dennoch nicht ausgeschlossen. „Jedem Beteiligten ist klar, dass der Laden derzeit auseinanderfällt“, hieß es.

Timken wollten sich auf Anfrage nicht zu den Informationen äußern. Am Freitagmorgen sagte Bosch: „Wir führen keine Gespräche oder Verhandlungen über den Kauf von Schaeffler oder Teilen davon.“

Der weltgrößte Autozulieferer und Conti-Konkurrent Bosch war zuletzt intensiv auf Einkaufstour und hat vier Mrd. Euro vor allem für Zukäufe außerhalb des derzeit problematischen Autogeschäftes ausgegeben. Konzernchef Franz Fehrenbach hat angekündigt, sich jetzt nur noch punktuell zu verstärken.

Timken gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Wälzlagern und weiteren Komponenten für die Autoindustrie. Die Amerikaner erzielten 2008 noch 268 Mio. Dollar Betriebsgewinn, warnen aber vor einem schweren Jahr 2009. In den vergangenen 15 Monaten entließen sie 2 500 Mitarbeiter.

Ein Schaeffler-Sprecher hatte Verkaufsabsichten der Industriesparte dementiert. „Wir wollen das Unternehmen als Ganzes erhalten. Eine Zerschlagung oder der Verkauf einzelner Teile ist keine Option.“

Ein Verkauf der Industriesparte, die etwa 40 Prozent des Schaeffler-Umsatzes ausmacht, würde die Schuldenlast von mehr als elf Mrd. Euro reduzieren, aber die Probleme nicht lösen. Übrig bliebe dann vor allem der Autozulieferbereich als mit Abstand wichtigster Teil der Gruppe mit Sitz in Herzogenaurach. Ein Schaeffler-Sprecher betonte aber: „Industrie ist ein wesentlicher Teil unseres Geschäfts.“

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