Die Windkrafthersteller sind selber vom Ergebnis ihrer Studie überrascht. Dank eines weltweiten Windkraft-Booms haben die deutschen Hersteller ihre Umsätze im vergangenen Jahr erneut gesteigert. Das führende Windenergie-Land liegt nach wie vor im Osten Deutschlands.
HB BERLIN. „2006 war ein überraschend gutes Jahr“, sagte der Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWI), Peter Ahmels, am Dienstag in Berlin. In Deutschland seien im vergangenen Jahr rund 2,9 Mrd. Euro in neue Windparks investiert und 1 208 Windräder mit 2 233 Megawatt Leistung neu aufgebaut worden. Gegenüber 2005 entspreche dies einem Wachstum von 23,5 Prozent.
Nach einer Statistik des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) waren Ende 2006 in Deutschland insgesamt 18 685 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 20 622 Megawatt installiert. Den größten Zuwachs hätten die Bundesländer Brandenburg (509 Megawatt), Niedersachsen (378 Megawatt), Sachen-Anhalt (340 Megawatt) und Rheinland-Pfalz (182 Megawatt) verzeichnet, erklärte DEWI-Geschäftsführer Jens-Peter Molly. Mit einem Anteil von 37,5 Prozent am Nettostromverbrauch sei Sachen-Anhalt aber weiterhin das führende Windenergie-Land.
Mit einer Stromproduktion von insgesamt 30,6 Mrd. Kilowattstunden hätten die Betreiber 2006 einen neuen Rekord erzielt, erklärte Ahmels. Die Windenergie decke damit bereits 5,7 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. „Deutschland wird das 12,5-Prozent-Ziel für erneuerbare Energien am Stromverbrauch bis 2010 erreichen“, zeigte sich Ahmels angesichts dieser Zahlen optimistisch.
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Nach BWI-Angaben ist der weltweite Markt für Windkraftanlagen 2006 jedoch noch stärker gewachsen als der deutsche: Die Windindustrie habe insgesamt um 30 Prozent zugelegt, von 10,6 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf etwa 15 Mrd. Euro. Spitzenreiter seien 2006 die USA mit rund 2 800 Megawatt neu installierter Leistung gewesen.
15 Prozent der weltweit installierten Anlagen würden in Deutschland entwickelt und hergestellt, erklärte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Thorsten Herdan. Auf Grund der großen Nachfrage und verzögerter Baugenehmigungen 2005 hätten im vergangenen Jahr viele Firmen Lieferengpässe gehabt. „Wir hätten mehr produzieren können, als die Kapazität erlaubt“, berichtete Herdan.
Damit Deutschland seine führende Stellung als Entwicklungs- und Produktionsstandort behaupten könne, müssten die Rahmenbedingungen für die Windindustrie weiterentwickelt werden, forderte Herdan. „Wir brauchen weiterhin einen hinreichend stabilen Markt in Deutschland, sonst wandern die Unternehmen ab.“ Der Beschluss zum Bau eines Offshore-Testfelds sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Als nächstes müssten nun die Rahmenbedingungen für das so genannte Repowering, den Einbau von neuen Turbinen in alte Anlagen, verbessert werden. „Moderne Anlagen können aus der gleichen Fläche die dreifache Energie rausholen“, erklärte Ahmels. Dazu müssten aber beispielsweise Höhenbegrenzungen abgeschafft werden.

