Deutsche Wirtschafts- und Tarifpolitik kritisiert
Krones bekräftigt Wachstumsziele

Der weltgrößte Hersteller von Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen, Krones, hat seine Umsatzprognose für das laufende Jahr bekräftigt. Zugleich schloss sich das im MDax gelistete Unternehmen der Forderung anderer Firmen wie Siemens an, flexiblere und längere Arbeitszeiten in Deutschland einzuführen.

HB MÜNCHEN. „Wir werden unsere führende Position auf dem Weltmarkt (...) nach Möglichkeit noch ausbauen“, sagte Krones-Chef Volker Kronseder laut Redetext am Mittwoch auf der Hauptversammlung im oberpfälzischen Neutraubling. Der Konzernumsatz solle 2004 zwischen fünf und zehn Prozent wachsen. „Wir werden also deutlich mehr als 1,5 Milliarden Euro umsetzen.“

Ein Ergebnisausblick wurde in der Rede nicht gegeben, Finanzchef Hans-Jürgen Thaus hatte Ende April aber bereits erklärt, er rechne auch für das laufende Jahr mit einem Ergebniszuwachs. Krones hatte 2003 mit einem Überschuss von 60,4 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,44 Milliarden Euro das vierte Rekordergebnis in Folge verbucht.

Kronseder, dessen Familie rund 54 Prozent am Unternehmen hält, sprach von einer verfehlten Wirtschafts- und Tarifpolitik in Deutschland. Krones habe in den vergangenen fünf Jahren fast 1 000 neue Stellen im Inland geschaffen, leide aber unter der 35-Stunden-Woche in der Metallindustrie und den unflexiblen Arbeitszeitregelungen. Von Jahr zu Jahr werde es deshalb schwerer, im internationalen Wettbewerb mitzuhalten. „Der Krones-Vorstand sieht daher eine höhere Wochenarbeitsleistung bei gleichbleibendem Lohn geradezu als zwingend an.“ Konkreter wurde er jedoch nicht.

Um den sicheren Verbleib im MDax zu gewährleisten und die Liquidität der Papiere zu erhöhen, sollten die Aktionäre der Umwandlung der Vorzugsaktien in Stämme zustimmen. Ein positives Votum gilt als sicher, weil die Gründerfamilie um Kronseder bereits Zustimmung signalisiert hat und die Vorzugsaktionäre selbst durch einen solchen Schritt gewinnen würden. Die stimmrechtslosen Anteilsscheine hatten zuletzt einen Anteil von etwa 34 Prozent am Grundkapital. Der aktuelle Streubesitz in Höhe von 46 Prozent des Kapitals wird den Angaben zufolge durch die Umwandlung nicht beeinflusst.

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