Deutscher Apothekenmarkt
Celesio kauft Doc Morris

Kaum hat sich die Internet-Apotheke Doc Morris auf dem deutschen Markt durchgesetzt, ist der Apothekenpionier bereits zum Übernahmeziel geworden. Der Pharmahändler Celesio hat zugegriffen und die Mehrheit der Doc Morris-Anteile übernommen, um sich für die Liberalisierung des deutschen Marktes zu rüsten.

HB FRANKFURT. Der Pharmahändler Celesio kauft die Internet-Apotheke DocMorris. Das Stuttgarter Unternehmen übernehme die Anteile der Risikokapitalgeber um 3i und HgCapital von rund 90 Prozent. Die übrigen knapp zehn Prozent halte weiterhin das Management von Doc Morris, teilte Celesio am Donnerstag mit. „Mit diesem Schritt sichert sich Celesio die einzige deutschlandweit bekannte Apothekenmarke“, sagte Firmenchef Fritz Oesterle. „Wir setzen damit ein klares Zeichen gegen Discountanbieter und apothekenferne in- und ausländische Interessenten.“

Wie Doc Morris mitteilte, sollen die Markenpartnerschaften mit stationären Apotheken - von denen die Firma bereits 20 hat - in Deutschland ausgebaut werden. Die Internetapotheke, die aus rechtlichen Gründen in den Niederlanden sitzt, aber hauptsächlich auf dem deutschen Markt tätig ist, setzte vergangenes 172 Millionen Euro um. Als Unternehmen soll der Pharmahändler rechtlich selbstständig bleiben. Dem Erwerb muss das Bundeskartellamt noch zustimmen.

Die Anleger feierten die Ankündigung. Die Aktie stieg um 4,3 Prozent. Nach Einschätzung eines Analysten ist der Kauf grundsätzlich positiv zu werten. Damit stärke Celesio das eigene Geschäft, allerdings fehlten Details zum Preis.

Gleichzeitig wolle sie damit die Position ihrer deutschen Tochter Gehe im Wettbewerb stärken, teilte Celesio weiter mit.

Mit Blick auf die erwartete Liberalisierung des deutschen Apothekenmarktes sei der Kauf von DocMorris für Celesio ein logischer Schritt. Der Konzern wolle „Wachstumschancen zu nutzen, sobald dies wirtschaftlich Sinn macht - auch in Deutschland“. Oesterle hatte in der Vergangenheit erklärt, es komme möglicherweise zur Gründung von Apothekenketten in Deutschland. Vor einem Engagement seines Unternehmens müsse das Umfeld aber „verlässlich und attraktiv“ sein.

„Auf Abenteuer lässt sich Celesio nicht ein“, sagte er. Celesio betreibt bereits in Großbritannien, Norwegen und Italien Apotheken-Ketten.

Erst am Mittwoch hatte der Konzern den Kauf zweier kleiner Ketten in Großbritannien bekannt gegeben. Das Celesio-Tochterunternehmen Lloydspharmacy, kaufte weitere 63 Apotheken. Damit betreibt Lloydspharmacy über 1 600 Apotheken in Großbritannien. Celesio-Vorstand Stefan Meister sagte zu dem Kauf in Großbritannien, die Akquisition sei ein weiterer konsequenter Schritt der Celesio-Strategie, „jede sinnvolle Chance zu nutzen, unser Geschäft auszubauen“. Der Pharmagroßhändler erreichte 2006 einen Umsatz von 21,6 Mrd. Euro.

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