Deutscher Automarkt
Autobauer trotzen abschwächender Konjunktur

Zehn Prozent Wachstum verzeichnete der deutsche Automarkt im Juli. Die Neuzulassungen stiegen auf 261.000. Damit stellte sich die Industrie den allgemeinen Abkühlungstendenzen in der Wirtschaft entgegen.
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Hamburg/ Bad HomburgDie Pkw-Nachfrage in Deutschland bleibt robust - auch wenn das Tempo zuletzt etwas nachgelassen hat. Nach einem leichten Rückgang im Juni legten die Neuzulassungen im Juli binnen Jahresfrist um zehn Prozent zu, wie der Importeursverband VDIK am Dienstag in Bad Homburg mitteilte. Seit Jahresbeginn belief sich der Zuwachs auf 10,4 Prozent.

Damit seien die Aussichten der Schlüsselbranche weiter gut. „Die Auftragsbücher der Automobilhersteller sind gut gefüllt“, sagte Verbandspräsident Volker Lange. Zu Jahresanfang war der Pkw-Absatz zeitweise allerdings deutlich stärker gestiegen. Die großen Autobauer produzieren zurzeit unter Volldampf und lassen die Bänder teilweise auch während der Sommerferien laufen, um neben dem Inland auch die boomende Nachfrage aus dem Ausland bedienen zu können.  

Die deutschen Autobauer hatten dank guter Geschäfte vor allem in Schwellenländern wie China aber auch in den USA zuletzt hohe Gewinnzuwächse verbucht und ihre Prognosen zum Teil angehoben. So will Daimler dank der voll ausgelasteten Produktion einen Gang höher schalten und hat die Messlatte für Umsatz und Gewinn im Gesamtjahr höher gelegt. Die weltweit boomende Nachfrage bescherte BMW im zweiten Quartal ein stärker als erwartetes Gewinnplus. Wegen der hohen Nachfrage hatten die Münchner ihre Geschäftsziele bereits im Juli angehoben. Auch bei Volkswagen brummt das Geschäft.

Schwächer laufen die Geschäfte lediglich in einigen südeuropäischen Ländern, wo die Schuldenkrise das Verbrauchervertrauen trübt. Im Juni waren die Neuzulassungen in Griechenland um ein gutes Drittel geschrumpft, in Portugal sanken sie ähnlich stark und in Spanien ebenfalls um mehr als 30 Prozent.  

Auf dem größten europäischen Markt in Deutschland war der Pkw-Absatz im Juni um 0,3 Prozent gesunken. Den Rückgang führten die Verbände jedoch vor allem darauf zurück, dass es in dem Monat zwei Arbeitstage weniger gab als vor einem Jahr. Ein Ende des Aufwärtstrends sehen sie darin nicht.

Die Zahlen für Juli und August legt der Herstellerverband ACEA wegen der Sommerpause regelmäßig erst im September vor. In den meisten Fabriken ist dagegen von Sommerferien keine Spur. Die Hersteller fahren Sonderschichten, einige beschäftigen sogar Schüler und Studenten, während die Stammbelegschaft Urlaub macht.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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