Deutscher Pkw-Markt
VW verschärft die Rabattschlacht

Günstige Zeiten für Autokäufer in Deutschland: Die Rabattschlacht im deutschen Automarkt wird immer härter. Nun gewährt selbst Marktführer VW üppige Preisnachlässe - und bringt damit etliche Konkurrenten in Bedrängnis.
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DüsseldorfEs war bisher das Spielfeld der Schwachen. Den Preiskampf auf dem deutschen Automarkt machten bis jetzt Marken wie Fiat, Citroën und Opel unter sich aus. Doch angesichts des anhaltend labilen Marktes lockt nun auch der vor Kraft strotzende Branchenführer Volkswagen die Kunden dieses Jahr erstmals bei mehreren wichtigen Modellen mit deutlichen Nachlässen.

Nach einer Studie des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, verschärft der erfolgsverwöhnte Konzern die Rabattschlacht und gab im Mai Nachlässe von bis zu 23 Prozent auf mehrere Klein- und Kompaktwagen. Das Rabattniveau im deutschen Automarkt zieht damit nach einem Rückgang im April wieder an und erreichte in diesem Jahr die bisherige Höchstmarke.

Der Studie zufolge boten Händler in Anzeigen den neuen Kleinstwagen VW-up mit Rabatten von bis zu 17 Prozent, das Golf Cabrio mit 20 Prozent Nachlass und die Kleinwagen VW Polo und den vor einem Modellwechsel stehenden Golf sogar bis zu 23 Prozent günstiger an. Überraschend seien vor allem die hohen Rabatte bei vergleichsweise neuen Modellen wie dem VW-up und Polo, stellt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Instituts an der Universität Duisburg-Essen, fest.

Für den Heimatmarkt der deutschen Autokonzerne ist das ein Alarmsignal. Mit Rabatten - ob versteckt oder ganz offen beworben - kämpfen die großen Autohersteller zwar schon immer um die Gunst der Kunden. Doch "derart hohe Rabatte - auch für neue Modelle - waren in der Vergangenheit bei VW nicht beobachtbar", urteilt Dudenhöffer. Als Marktführer habe VW einen großen Einfluss auf die Rabattentwicklung im Gesamtmarkt.

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Opel nun immer mehr unter Druck

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  • VW befindet sich derzeit in einer einmaligen Ausgangsposition für zukünftige Preiskämpfe. Die Kriegskasse ist prall gefüllt, der Absatz in Übersee läuft wie geschmiert und wichtige Wettbewerber in Europa haben ein europalastiges Geschäft, das derzeit massiv einbricht. Was ist also geschickter als die Konkurrenz an die Wand zu nageln? Opel wir es als erstes Unternehmen treffen. Dann kommt aber auch schon Fiat, die kaum noch Geld für Neuentwicklungen haben und noch schwer an der US-Übernahme werkeln. Die Franzosen hecheln auch schon aus dem letzten Loch. Dort sorgen nur noch die Auslandswerke für Bares. VW atomisiert die europäische Autoindustrie - kurzfristig gut für unsere Autobauer, doch langfistig ein weiterer Baustein im Verarmungskarussel Euro. Denn der Süden der Nochwährungszone wankt immer stärker unter der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit, die früher durch Währungsabwertungen kompensiert wurde.

  • Na ich weiß nicht.
    Kann schon sein, dass VW jetzt die Chance ergreifen will, und Opel endgültig abzuschießen oder zumindest soweit zu schwächen dass GM verkaufen will - und das evtl. an VW. Vermutet wurde das ja schon mal...

  • Veraltete Technik (bis auf Up) kann man halt nur über den Preis an die Schafe loswerden:
    1. Golf Cabrio: Basiert auf Golf 5/6-Plattform von 2003/2008. Wer kauft das noch in 2012?
    2. Golf 7 kommt im Oktober 2012 auf den Markt.
    3. Polo steht vor einem Facelift.
    4. Beim Up kommt das Design nicht an.

    Alles in allem ein ganz normaler Vorgang und kein Grund für einen medienwirksamen Titel wie "VW verschärft die Rabattschlacht". Hier sollte Dudenhöffer mal besser recherchieren!

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