Deutschlands Porzellan-Marktführer
Rosenthal kündigt Wende an

Deutschlands Porzellan-Marktführer Rosenthal sieht nach zwei verlustreichen Jahren ein Ende der Durststrecke. Trotz des rückläufigen Heimatmarktes hat der fränkische Konzern die Sanierung geschafft – und will nun mit neuen Produktlinien die Weichen auf Wachstum stellen. Allerdings sehen Branchenexperten das noch mit Skepsis.

FRANKFURT. „Für dieses Jahr erwarten wir erstmals wieder ein positives operatives Ergebnis“, sagte Vorstandschef Ottmar Küsel dem Handelsblatt. Noch im Geschäftsjahr zuvor (bis 31. März) hatte der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 0,4 Mill. Euro gelegen, davor sogar bei 28 Mill. Euro.

Als einen der Hauptgründe für die Ertragswende nennt Küsel einschneidende Kostenreduzierungen. Viele Arbeitsschritte der aufwendigen Porzellan-Produktion im oberfränkischen Selb hat der Konzern automatisieren lassen, rund 1 000 der einst 2 900 Stellen hat das Traditionsunternehmen abgebaut. „Damit haben wir zehn Millionen Euro Einsparungen erreicht“, berichtet der Rosenthal-Chef. „Vier Millionen Euro davon entfallen allerdings auf das nächste Geschäftsjahr.“ Mittelfristig soll die Rendite nach seinen Zielvorgaben auf zehn Prozent steigen.

Die börsennotierte Aktiengesellschaft, die sich seit 1997 zu 90 Prozent in den Händen des irischen Waterford-Wedgwood-Konzerns befindet, konnte gleichzeitig ihre Verkäufe ankurbeln. „Im Kalenderjahr 2006 haben wir ein Plus von 1,3 Prozent geschafft“, berichtet Küsel. Auf dem schwachen deutschen Markt sei der Absatz mit einem Minus von 0,2 Prozent nahezu stabil geblieben. Insgesamt dürfte der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr damit bei etwas über 185 Mill. Euro liegen – wovon 45 Prozent aus Deutschland stammen.

Stimmen diese Angaben, hätte sich Rosenthal deutlich von der Konkurrenz abgesetzt. Nach Angaben des Verbands der Keramischen Industrie (VKI) gaben Deutschlands Verbraucher im vergangenen Jahr über sechs Prozent weniger für Porzellan aus. Auch der Verfolger Villeroy & Boch verkaufte in seiner Tischkultursparte deutschlandweit 11,5 Prozent weniger – nur der Export und das weitaus größere Auslandsgeschäft hielten den saarländischen Konkurrenten auf Wachstumskurs.

Für 2007 bleibt Rosenthal optimistisch. „Ein Umsatzplus von ein bis zwei Prozent ist möglich“, glaubt Küsel – allerdings nicht im Kerngeschäft, zu dem die Marken Rosenthal Studio-Line, Thomas und Hutschenreuther zählen. Wachstum erwartet er allein durch neue Produktlinien, darunter die seit einem Jahr in 50 Shops getestete Porzellan- und Einrichtungsserie „Home Designs“. Sie besteht jeweils aus rund 150 Artikeln und wird – anders als die klassischen Porzellanserien der bekannten Markenhersteller – jährlich fast komplett ausgetauscht. „Mittelfristig soll die Linie Home Designs zehn bis 15 Prozent zu unserem Gesamtumsatz beitragen“, erwartet Ottmar Küsel.

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