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Diane 35 : Frankreich nimmt Bayer-Medikament vom Markt

Die französische Arzneimittelaufsicht (ANSM) verbietet bald den Verkauf eines oft als Verhütungsmittel genutzten Akne-Medikaments von Bayer. Die Gesundheitsministerin warnt aber vor Panik.

Bald nicht mehr in Frankreich erhältlich: Akne-Medikament Diane 35 von Bayer. Quelle: Reuters
Bald nicht mehr in Frankreich erhältlich: Akne-Medikament Diane 35 von Bayer. Quelle: Reuters

ParisDas häufig als Anti-Baby-Pille verschriebene Akne-Medikament Diane 35 darf wegen gefährlicher Nebenwirkungen in Frankreich bald nicht mehr verkauft werden. Die Marktzulassung des Medikaments des deutschen Pharmakonzerns Bayer solle binnen drei Monaten ausgesetzt werden, teilte die französische Arzneimittelaufsicht (ANSM) am Mittwoch in Paris mit. Diane 35 wird in Frankreich für vier Todesfällen verantwortlich gemacht. Die Bayer-Aktie gab im Tagesverlauf um 0,5 Prozent auf 73,20 Euro nach.

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Das Medikament solle als Verhütungsmittel ohnehin nicht verwendet werden, erklärte die ANSM. Es gebe "keine geeigneten klinischen Studien", die dessen Wirksamkeit als Verhütungsmittel beweisen. Als Akne-Mittel sei Diane 35 "nach einer Bewertung aller verfügbaren Daten" angesichts der Thrombose-Risiken nicht geeignet. Demnach haben Frauen, die Diane 35 einnehmen, ein vierfach erhöhtes Risiko solcher Blutgerinnsel, die Lungenembolien und Schlaganfälle auslösen können. Die Entscheidung der ANSM gilt auch für kostengünstigere Nachahmungen, sogenannte Generika.

Nebenwirkungen Bayer wegen Verhütungsmittel verklagt

In den USA wurde Bayer verklagt, weil der Konzern Risiken angeblich nicht nannte.

ANSM-Chef Dominique Maraninchi rief Frauen, die Diane 35 einnehmen, aber auf, das Medikament nicht sofort abzusetzen. Sie sollten ihren Arzt aufsuchen, es gebe "zahlreiche" andere Therapiemöglichkeiten. Ärzte sollen laut der ANSM Diane 35 von sofort an nicht mehr verschreiben. Apotheken dürfen vorübergehend noch eine geringe Zahl von Pillen verkaufen, damit Patientinnen ihre Behandlung nicht abrupt abbrechen müssen. In drei Monaten dann gilt ein absolutes Verkaufsverbot. Bis dahin sollten laut Maraninchi alle Diane-35-Packungen aus dem Verkehr gezogen sein.

Gesundheitsministerin Marisol Touraine sagte, Nutzerinnen von Diane 35 sollten "nicht in Panik verfallen". Die Frauen sollten das Medikament wie von der ANSM empfohlen nicht abrupt absetzen.

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