Noch ungewisser ist, ob Airbus jemals Geld mit seinem Riesenflieger verdienen wird. Zwölf Milliarden Euro Entwicklungskosten hat die Maschine verschlungen, der Listenpreis beträgt 250 Mill. Euro. Waren Rabatte für die Erstkunden noch eingeplant, so verhageln die Strafzahlungen und der schwache Dollar die Kalkulation jetzt endgültig. Erst wollte Airbus schon mit 250 Maschinen Gewinne schreiben, dann mit 420, seit einigen Monaten wird überhaupt keine Zahl mehr genannt.
Nicht locker lässt die französische Börsenaufsicht AMF: Noch immer wollen die Ermittler wissen, wer wann von den Pannen wusste und sein Wissen über EADS-Aktienoptionen zu Geld gemacht hat. Vernommen wurden bereits der geschasste Airbus-Chef Gustav Humbert, der ehemalige Strategie- und Marketingchef Jean-Paul Gut und der Ex-EADS-Chef Noël Forgeard.
Mit Andreas Sperl, dem heutigen Leiter der EADS-Tochter Elbe-Flugzeugwerke, musste sich erst vor wenigen Tagen erstmals ein noch amtierender EADS-Manager in Paris verhören lassen. Airbus-Chef Enders, auch im Kreis der Verdächtigen, weist alle Anschuldigungen von sich. Die Vernehmungen seien „Schauprozesse“ und „schlechtes Theater“, sagte er kürzlich in London.
Für die nächsten Wochen bleibt der Vorhang in Paris unten: Die AMF macht Sommerferien. Die Endmontage der A380 in Toulouse nicht.

