Die Äußerungen von Finanzchef Gentz sind ein ernstes Warnsignal
Daimler sorgt für Ratlosigkeit beim Smart

Der Daimler-Konzern spricht mit gespaltener Zunge. Als das Stuttgarter Unternehmen in der vergangenen Woche seine Quartalszahlen präsentierte, hielt Finanzvorstand Manfred Gentz mit seiner Enttäuschung über die hohen Verluste beim Kleinwagen Smart nicht hinter dem Berg.

Im Konzern würden „alle Möglichkeiten in Erwägung gezogen“. Alle Möglichkeiten? Das könnte natürlich auch die Einstellung bedeuten. Wenig später versuchte ein Konzernsprecher zurückzurudern: Nein, eine Aufgabe des Smart stehe nicht zur Debatte.

Um das Kommunikationschaos abzurunden, meldete sich einen Tag danach auch Smart-Chef Ulrich Walker mit einem offenen Brief an die Mitarbeiter. „Die Existenz von Smart steht nicht zur Disposition“, schrieb er zur Beruhigung der eigenen Belegschaft. Auch Walker hatte gemerkt, welche Lawine Finanzvorstand Gentz mit seiner Äußerung losgetreten hatte.

Solch eine Vorgehensweise ist für Gentz völlig ungewöhnlich. Bei öffentlichen Auftritten ist er sonst dafür bekannt, dass er jedes einzelne Wort sorgsam abwägt. Zudem verhält er sich gegenüber dem eigenen Unternehmen extrem loyal. Also alles nur eine Unachtsamkeit, ein Versehen?

Es gibt auch eine andere mögliche Lesart: Manfred Gentz scheidet im Dezember aus Altersgründen als Finanzvorstand bei Daimler-Chrysler aus. Das eröffnet ihm mehr Freiheiten; er muss bei öffentlichen Äußerungen nicht mehr dieselbe Vorsicht an den Tag legen wie bisher.

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