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12.11.2007 

Doch so schnell geben die Gegner nicht auf. Höhere Unternehmensgewinne lassen sie als Argument nicht gelten. Der Schutz von Arbeitsplätzen werde ohnehin nur vorgeschoben, behaupten sie.

"Ich habe bisher einer Nutzung meiner Grundstücke nicht zugestimmt und werde mich auch weiter wehren“, sagt daher auch Reinhart Zech, Land- und Forstwirt in Erkrath. Immerhin hat er schon einen Teilsieg gegen den Konzern erreicht. Bayer musste, weil die Bagger bereits auf seinem Land buddelten, sogar einen Teil der Bauarbeiten wieder rückgängig machen. Rückendeckung bekommen die Bürger von der Lokalpolitik. "Wir unterstützen nicht nur die privaten Kläger finanziell, sondern haben auch eigene rechtliche Schritte eingeleitet“, sagt Arno Werner, Bürgermeister von Erkrath. Über den Eilantrag gegen die Nutzung städtischer Grundstücke muss inzwischen schon die zweite Instanz, das Oberverwaltungsgericht in Münster, entscheiden.

Viele Anwohner machen sich aber mittlerweile nicht nur wegen der Gasgefahren Sorgen. Sie fürchten auch, dass durch den langanhaltenden Streit mit Bayer ihre Eigenheime immer weniger Wert sind. Denn die schwarzen Flaggen der Pipeline-Gegner entlang der Trasse, etliche Plakate über die "Giftgas-Pipeline“ und die ständige Rede von "Todeszonen“ drücken auf Dauer nicht nur auf die Stimmung im Ort, sondern auch auf Häuserpreise und Mieten.

"Ein Verkauf ist momentan so gut wie unmöglich“, heißt es. Immerhin haben die Gegner an einer der Hauptstraßen sogar eine Mahnwache aufgestellt. Rund 100 selbst gezimmerte Holzkreuze sollen die möglichen Opfer eines Unfalls symbolisieren. Der Boden ist gesäumt von ausgebrannten Grablichtern. Ein Plakat fordert "Tod dem CO“.

"Solange die endgültige Entscheidung aussteht, herrscht zumindest in direkter Nähe zu den Baustellen schon eine gewisse Vorsicht“, sagt auch Claudia Milde, ortsansässige Maklerin der Firma Immomilde.de. Langfristig sieht sie aber kaum negative Effekte. Der Immobilienverband IVD West ist da skeptischer: Der Bau der Pipeline könnte die Immobilienpreise um bis zu zehn Prozent sinken lassen, erklären die Experten und stützen sich auf vergleichbare Fälle. Wenn in der Nähe eines Hauses eine Windkraftanlage oder eine Mobilfunkantenne errichtet wird, dann gehe der Verkehrswert auch zurück.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: "Die Fronten sind verhärtet“

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