Die Branche investiert massiv in neue Kapazitäten, doch der Boom ist vorerst vorbei
Chinas Autoprimus strebt an die Börse

Die Shanghai Automotive Industry Corp. (SAIC), der Volkswagen-Partner im größten PKW-Joint Venture Chinas, will für 1-2 Mrd. Dollar Aktien an eine ausländische Börse bringen. „Wir sind noch in der Vorbereitungsphase“, bestätigt Xu Lianglin, der Leiter des Präsidentenbüros in der Schanghaier Zentrale des größten chinesischen Autobauers.

mg PEKING. SAIC hat demnach die Citigroup, Goldman Sachs, die UBS und andere Banken aufgefordert, Angebote für einen Börsengang abzugeben. SAIC beschäftigt 60 000 Menschen und erzielte im Boomjahr 2003 einen Umsatz von 18 Mrd. Euro. Das Unternehmen, das auch mit dem VW-Konkurrenten General Motors ein Gemeinschaftsunternehmen in Schanghai betreibt, produzierte im vergangenen Jahr rund 800 000 Fahrzeuge. Angaben über den Zeitplan oder das genaue Volumen der Platzierung will der Autoproduzent bislang nicht machen. Doch seine Börsenpläne verdeutlichen, worum es im Auto-Boomland China geht: Die lokalen Hersteller wollen der internationalen Konkurrenz – die mit Investitionen von 13 Mrd. Dollar bis 2010 ihre Kapazität in China verdreifachen will – die Stirn bieten.

Denn schon im April wurde bekannt, dass auch Dongfeng, Chinas Nummer drei unter den heimischen Herstellern, für 750 Mill. bis eine Mrd. Dollar Aktien an einer internationalen Börse in Umlauf bringen will. Nach Angaben informierter Kreise könnte das SAIC-Debüt sogar auf zwei Mrd. Dollar anwachsen, je nachdem, wieviel Anlagewerte der Börsengesellschaft zugeordnet werden, die chinesische Firmen überlicherweise vor einem Börsengang gründen.

Die Expansionspläne von SAIC und seinen Konkurrenten kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Im Juni wuchs Chinas Automarkt – gemessen am Absatz – so langsam wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Konjunktur dämpfenden Maßnahmen der Zentralregierung; die eine Verringerung der Kreditvergabe der Staatsbanken beinhalten, haben das Geschäft mit der Autofinanzierung verhagelt und bei manchen Modellen bis auf ein Siebtel des ursprünglichen Geschäftsvolumens einbrechen lassen. Die sechs bereits in Hongkong notierten Autohersteller aus China haben das schmerzhaft zu spüren bekommen. Die Aktien von Denway Motors, das mit Honda sowie dem BMW-Partner Brilliance ein Joint venture hat, brachen seit Mitte April um ein Drittel ein. An der Misere Schuld ist auch der scharfe Preiskrieg, in dessen Verlauf VW und Mitstreiter GM seit Mai die Preise einiger Modelle um 11 Prozent gesenkt haben. Das führt zu Zurückhaltung bei den Konsumenten und zu anhaltendem Druck auf die Autoaktien. „Die Autopreise sind in den vergangenen 12 Monaten um 10 Prozent gefallen“, sagt Claude Satinet, der Chef der Marke Citroen bei PSA Peugoet Citroen.

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