Die Gegenwehr wird für die US-Hersteller schwierig: Japaner überrollen den US-Automarkt

Die Gegenwehr wird für die US-Hersteller schwierig
Japaner überrollen den US-Automarkt

Die aggressive Expansionspolitik von Toyota & Co. setzt GM, Ford und Chrysler zunehmend unter Druck.

DETROIT. Seit vier Jahren sinken die Zulassungszahlen auf dem USAutomobilmarkt, seit mehr als zwei Jahren herrscht ein gnadenloser Preiskrieg. Die asiatische Konkurrenz lässt sich davon nicht schrecken und verbindet ihre Neuvorstellungen auf der Detroit Motor Show mit ambitionierten Zielen. Yukitoshi Funo, der die Geschäfte des weltgrößten Autoherstellers Toyota in den USA lenkt, überraschte die Konkurrenz mit der Prognose, dass seinem Unternehmen trotz bereits beschlossener Produktionsausweitung in den USA nach 2010 eine Kapazität von 400 000 Autos fehlen werde. „Diese Lücke müssen wir füllen“, sagte Funo dem Handelsblatt. Die Zahl von 1,85 Millionen in den USA verkauften Autos will Funo jedes Jahr um ein paar Prozent steigern.

Die Japaner bauen ihre Produktionskapazität in den USA seit Jahren massiv aus. Die Marktforscher von Global Insight gehen davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Experten, darunter Analysten von Credit Suisse First Boston rechnen damit, dass japanische Hersteller in den kommenden fünf Jahren ihren Marktanteil in den USA um ein Viertel auf dann 35 % erhöhen können.

Während sich zuletzt vor allem die europäischen Autobauer in den USA gut geschlagen haben, mit Importen und zum Teil eigenen Produktionsstätten (BMW und Mercedes) sogar zulegen konnten, sind die Leidtragenden vor allem General Motors, Ford und Chrysler. Zum Vergleich: Stammten vor zehn Jahren noch drei Viertel der in den USA gefertigten und verkauften Autos aus heimischer Produktion von General Motors, Ford und Chrysler, sind es heute nicht einmal mehr 60 %. Gleichzeitig haben ausländische Konzerne ihre US-Produktion um 50 % gesteigert. Nach Meinung der Beobachter von Global Insight wird vor allem die aggressive US-Expansion der japanischen Hersteller die Jahresproduktion von Toyota, Honda, Nissan & Co. von 3,3 (2003) in den kommenden beiden Jahren auf 3,8 Millionen Autos steigern. Ihr Anteil läge dann bereits bei 22 %. Da außerdem die Zahl importierter Fahrzeuge steigen wird, müssten die US-Hersteller trotz eines Marktwachstums ihre Produktionskapazität um rund 300 000 Autos kappen.

Nach dem Einstieg ausländischer Marken ins Segment der Geländewagen, greifen die asiatischen Anbieter nun auch in der ureigensten US-Domäne, den großen Pick-ups an. Die Kleinlaster und Geländewagen haben den großen drei US-Anbietern in den vergangenen Jahren noch beträchtliche Margen beschert, nachdem sie sich aus dem PKW-Geschäft weitgehend zurückgezogen hatten. Bei den Geländewagen alarmierte kürzlich das Marktforschungsinstitut J.D. Powers die US-Hersteller mit der Aussage, dass 2003 bereits mehr als ein Viertel der in den USA verkauften Geländewagen von ausländischen Herstellern stammen. Nun baut Toyota gerade für etwa 800 Mill. $ eine Pick-up-Fabrik in Texas, beim Renault-Partner Nissan laufen die Kleinlaster bereits seit Herbst in Mississippi vom Band. Und der koreanische Konkurrent Hyundai will ab 2005 in Alabama 300 000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren.

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