21.02.2007

Diskussion um Verbot: Die Glühbirne hat ausgedient

Der Plan der australischen Regierung, stromfressende Glühbirnen zu verbieten, hat auch in Deutschland eine rege Diskussion entflammt. Während die Politiker noch darüber streiten, ob sie ein Verbot aussprechen sollen, bereitet sich die Industrie schon auf den großen Ansturm auf Energiesparlampen vor. Es winkt ein gutes Geschäft.

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Energiesparlampen verdrängen zusehends die althergebrachten Glühbirnen. Kommt jetzt sogar das Verbot in Dutschland? Foto: dpaLupe

Energiesparlampen verdrängen zusehends die althergebrachten Glühbirnen. Kommt jetzt sogar das Verbot in Dutschland? Foto: dpa

HB/hof/pos BERLIN. Denkbar sei ein Auslaufen des Glühbirnen-Verkaufs bis 2012, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen- Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell, im Gespräch mit „Spiegel Online“. Zunächst sollte die Bundesregierung aber mit den Herstellern nach einem gemeinsamen Weg suchen. „Wenn das nicht klappt, wäre auch ein gesetzliches Verbot denkbar.“SPD-Umweltexperte Ulrich Kelber nannte den australischen Vorstoß in der „Berliner Zeitung“ vom Mittwoch „von der Sache her richtig“. Ein Verbot komme für die Bundesregierung aber nicht in Frage. In diese Richtung hatte sich am Dienstag bereits das Bundesumweltministerium geäußert.

Die Große Koalition will nach Angaben Kelbers bei der EU in Brüssel für alle Elektrogeräte einen so genannten Top-Runner-Ansatz durchsetzen. Dies würde bedeuten, dass das jeweils verbrauchsärmste Modell eines bestimmten Produktes innerhalb weniger Jahre zum verbindlichen Standard für alle anderen Produkte dieser Art würde. „Das wäre über kurz oder lang auch das Aus für die konventionelle Glühbirne“, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef. Dass mit Australien ausgerechnet einer der weltweit größten Klimasünder eine solche Maßnahme vorschlage, bezeichnete er als Witz. „Mir wäre es lieber, Australien würde sich endlich zum internationalen Klimaschutz bekennen und das Kyoto-Protokoll unterzeichnen.“

Für das Top-Runner-Modell sprach sich in „Spiegel online“ auch die stellvertretende Vorsitzende der Unionsbundestagsfraktion, Katherina Reiche (CDU), aus. „Beim Klimaschutz muss man positive Anreize geben“, Verbote seien hingegen kein geeigneter Weg, so Reiche.

Die konservative australische Regierung hatte am Dienstag ein Verbot der klassischen Glühbirne angekündigt. Schon in drei Jahren dürfen – mit wenigen Ausnahmen wie etwa bei Backofenlampen – nur noch Energiesparlampen verkauft werden. Australien, das als einziges Industrieland neben den USA das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase ablehnt, will damit jährlich Millionen Tonnen Treibhausgase weniger in die Atmosphäre blasen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Industrie wittert dickes Geschäft.

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