Die größten deutschen Industriezweige Maschinenbau und Elektrotechnik hoffen auf Belebung der Nachfrage
Investitionsstau löst sich nur langsam auf

Selten wurde eine Hannover-Messe mit so viel Spannung erwartet wie in diesem Jahr. Schließlich könnten Hoffnungen auf ein Ende der Konjunkturflaute in Hannover bestätigt – oder aber endgültig enttäuscht werden. „Es gibt eine allgemeine Sehnsucht nach einem Anspringen der deutschen Konjunktur“, brachte es gestern Dietmar Harting, der Präsident des Branchenverbandes ZVEI, auf einer Pressekonferenz in Hannover auf den Punkt.

HB DÜSSELDORF. Konjunkturexperten sind sich einig: Eine erfolgreiche Messe könnte die Laune in der Investitionsgüter-Branche enorm verbessern. Auch Harting ist zuversichtlich, dass Hannover das Stimmungsbarometer auf „gastfreundlich“ stellen wird. Die Messe werde auch wieder ihre frühere Bedeutung als Konjunkturindikator einnehmen, so der Lobbyist.

Ohnehin haben Wirtschaftsforscher vom Münchener Ifo-Institut die Investitionsgüter neben den Exporten zum zweiten wichtigen Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft erkoren. „Die Investitionsgüter-Industrie gehört zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die gut laufen“, meint Experte Gernot Nerb von Ifo. Der Maschinenbau und die Elektrotechnik, die beiden nach Zahl der Beschäftigten größten deutschen Industriebranchen, warten dringend auf eine Belebung der bisher schwachen Nachfrage. Unternehmen aus diesen beiden Industriezweigen setzen traditionell die Themenschwerpunkte in Hannover.

Ein klarer Trend zeichnet sich noch nicht ab: Der Branchenverband VDMA meldet für den deutschen Maschinenbau seit November wieder steigende Auftragseingänge, überwiegend sogar mit zweistelligen Wachstumsraten im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich warnt der VDMA aber vor zu viel Optimismus. Andererseits verweist Konjunkturexperte Olaf Wortmann auf einen immensen Nachholbedarf im Inland: „Nach einem dreijährigen Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen müssen viele Firmen jetzt investieren, wenn sie nicht den Anschluss an den Stand der Technik verlieren wollen.“

Offensichtlich beginnt sich der lange Investitionsstau aufzulösen. Etliche Aufträge, die in den vergangenen Monaten vorbereitet, aber wegen der schlechten Konjunktur zurückgestellt worden waren, werden jetzt überprüft und neu entschieden. Die Aussteller hoffen, mit ihren in Hannover gezeigten neuen Produkten und Verfahren diese Aufträge für sich an Land zu ziehen.

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