Die großen Energiekonzerne zittern um die von der Union geplante Korrektur des Atomausstiegs
Spannungsabfall bei Versorgern

Die Anleger von Eon und RWE sind nach der Bundestagswahl in Katerstimmung: Nach den kräftigen Zugewinnen der vergangenen Wochen gehörten die Aktien gestern zu den größten Verlierern im Deutschen Aktien-Index (Dax) und gaben in der Spitze um mehr als drei Prozent nach.

Die unklaren Mehrheitsverhältnisse verunsicherten die Branche wie keine zweite, sagten Analysten. Die beiden großen Energiekonzerne hatten als Profiteure einer CDU/FDP-Regierung gegolten.

Gestern hielten sich die Energiemanager bedeckt mit offenen Kommentaren. Hinter vorgehaltener Hand befürworten sie jetzt aber offenbar eine Koalition aus SPD und CDU. Vertreter aus Unternehmen, die Strom aus erneuerbaren Energien im Angebot haben, hoffen erwartungsgemäß auf eine Regierungsbeteiligung der Grünen.

Wie für keine andere Branche galt die Bundestagswahl für die Energiewirtschaft als richtungsweisend. CDU und FDP hatten eine Korrektur des Atomkonsenses in Aussicht gestellt. Die Kraftwerksbetreiber hofften, ihre Reaktoren länger am Netz lassen und so einen milliardenschweren Gewinn einstreichen zu können. Die Förderung von erneuerbaren Energien und der Steinkohle sollten nach der Wahl auf den Prüfstand gestellt werden.

„Die Stromwirtschaft erwartet einen Kurswechsel – unabhängig von den Parteifarben“, sagte gestern Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW). Deutschland brauche ein energiepolitisches Gesamtkonzept. Das Nebeneinander nicht abgestimmter energiepolitischer Energie- und Umweltgesetze schade dem Standort.

Die etablierten Konzerne hatten auf eine schwarz-gelbe Koalition gesetzt. Die neue Regierung sollte für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen, um geplante Investitionen in neue Kraftwerke zu ermöglichen und nach sieben Jahren Rot-Grün die Energiepolitik wieder stärker von der Umweltpolitik zu trennen.

Jetzt herrscht Ratlosigkeit. „Wir wissen nicht, wohin die Reise geht“, hieß es in Branchenkreisen. Offiziell halten sich die vier Platzhirsche Eon, RWE, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg (EnBW) zwar mit Stellungnahmen zurück. „Wer sich zur künftigen Energiepolitik äußern will, müsste im Kaffeesatz lesen“, meinte etwa ein EnBW-Sprecher.

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