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17.07.2008 
Kampf um Conti

Die Logik hinter dem Deal

von Martin Buchenau, Joachim Hofer und Mark C. Schneider

Wie sinnvoll wäre der Zusammenschluss von Conti und Schaeffler? Aus Sicht von Experten folgt das Übernahmeangebot des Familienunternehmens aus Franken einer starken industriellen Logik, um sich zum Systemanbieter zu entwickeln.

Kampf um Conti - für Schaeffler würde sich die Übernahme lohnen. Foto: dpaLupe

Kampf um Conti - für Schaeffler würde sich die Übernahme lohnen. Foto: dpa

STUTTGART/MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Für Continental-Chef Manfred Wennemer ist der Fall Schaeffler klar: „Ich kann keine Synergien und Vorteile für Conti sehen“, sagte er gestern mit Bezug auf die Größenverhältnisse: Der niedersächsische Dax-Konzern ist dem Umsatz nach gut dreimal so groß wie das fränkische Familienunternehmen. Eine industrielle Logik des Übernahmeversuchs will Wennemer nur einseitig akzeptieren. „Continental würde Schaeffler nützen, Schaeffler aber nicht Continental.“ Kontrahent Jürgen Geißinger, Schaeffler-Chef, hält dagegen: Die Beteiligung von Schaeffler biete „beiden die Chance, von Deutschland aus global noch erfolgreicher zu sein und auch Arbeitsplätze an den deutschen Standorten zu sichern“.

Wie sieht es wirklich aus? Gibt es Synergien zwischen den Automobilzuliefererbereichen von Continental und Schaeffler? In welcher Form würden die Franken vom Know-how der Niedersachsen profitieren?

„Der durch das Übernahmeangebot angestrebte Ligawechsel folgt einer starken industriellen Logik, sich vom Komponentenlieferanten zum Systemanbieter zu entwickeln“, sagt Branchenexperte Engelbert Wimmer von der PA Consulting Group. Die Portfolios beider Unternehmen ergänzten sich technisch, überlappten sich kaum und wüchsen in der Zukunft stärker zusammen. „Schaeffler verlängert seine Wertschöpfungskette konsequent“, sagt auch Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen.

In der Branche wird die Logik des Angriffs ebenfalls gesehen. „Schaeffler ist mit seinen Produkten extrem vom Stahlpreis abhängig. Die in den Autos seit Jahren immer wichtiger werdende Elektronik fehlt den Franken“, sagt ein Branchenkenner. Erschwerend kommt für Schaeffler hinzu, dass der Anteil der im Inland Beschäftigten hoch ist für einen Hersteller von Basiskomponenten. Derartige Teile werden bei Bosch oder ZF längst in Billiglohnländern gefertigt.

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