Die Marke VW
Volkswagen und Porsche fahren allen davon

Ein vereinter Volkswagen-Porsche-Konzern könnte die Konkurrenz deutlich abhängen. Der einstige Sanierungsfall Volkswagen ist längst der Angreifer im Markt, binnen fünf Jahren hat sich VW vom Sorgenkind einer Branche zum Vorreiter gemausert. Der Druck auf die Konkurrenz um BMW und Mercedes wächst rapide an.

MÜNCHEN/HAMBURG. Die Charts des Ex-McKinsey-Beraters Wolfgang Bernhard, von 2005 bis 2007 Chef der Marke VW, zeigten den Abstand von Volkswagen zum Branchenprimus Toyota überdeutlich. Brauchten die Japaner im Jahr 2004 im Schnitt 24,5 Stunden, um einen Kompaktwagen zu bauen, waren es bei den Wolfsburgern 44,4 Stunden. Aufgeschreckt durch diese Zahlen krempelte Bernhard die Ärmel hoch: In Rekordzeit stellte er die Entwicklung und Produktion des behäbigen VW-Konzerns um. Nischenmodelle wie der VW Tiguan oder die Neuauflage des Scirocco gingen an den Start. Der kompakte Geländewagen und das Sportcoupé verwenden Basis und Komponenten des Bestsellers Golf - ein unschlagbarer Kostenvorteil.

Der Sanierungsfall VW mauserte sich zu einem aggressiven Angreifer. Konzernchef Martin Winterkorn, der den Aufstieg der Premiumtochter Audi zum ärgsten Rivalen von BMW und Mercedes-Benz vollendete, kommen die Kostenvorteile der Restrukturierung zugute: Mehr als 20 000 Mitarbeiter weniger, der Rest arbeitet länger ohne Lohnausgleich.

Der Sanierer Bernhard ist weg, aber VW ist stärker als je zuvor. Vor allem die Neuauflagen der VW-Bestseller Golf und Polo versprechen dank der Produktionsfortschritte erstmals seit langem eine auskömmliche Rendite. 2008 wurde zum Rekordjahr in der Firmengeschichte: 6,3 Mio. verkaufte Fahrzeuge, 6,3 Mrd. Euro operatives Ergebnis bei 114 Mrd. Euro Umsatz.

Winterkorn macht sich daran, die größten verbliebenen Schwachstellen des Konzerns zu beseitigen: das maue Abschneiden in den USA, wo derzeit ein neues Werk entsteht, die mangelnde Durchschlagskraft des Vertriebs und die Probleme der spanischen Tochter Seat. Das größte künftige Problem der Wolfsburger liegt in der zwangsläufig zunehmenden Produktivität an falscher Stelle: Die Werke in Europa dürften zukünftig nur schwer auszulasten sein, während die Nachfrage in den Schwellenländern steigt.

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