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06.03.2007 

Auch die Sauerländer Brauerei Veltins sucht seit geraumer Zeit noch ein weiteres Standbein aus dem Getränkesektor, nachdem eine komplette Übernahme des Mineralbrunnens Reginaris an den tief zerstrittenen Eigentümern des Wasserproduzenten schon vor einiger Zeit gescheitert war.

Ein Getränk zu entwickeln, das wie Bionade sogar mit den bestehenden Produktionsanlagen einer Brauerei hergestellt werden kann, findet Veltins’ Marketing- und Vertriebschef Volker Kuhl deshalb „sehr interessant“. „Es wäre sträflich, darüber nicht nachzudenken“, sagte Kuhl in Hamburg. Ähnlich wie beim Bier werden bei der Herstellung von Bionade in einem brauereitypischen Verfahren zunächst nur die Ausgangsstoffe Malz und Wasser verwendet, der dann erst später natürliche Frucht- und Kräuterextrakte aus biologischem Anbau zugesetzt werden.

Vor wenigen Jahren war das Mixen bei vielen Marktteilnehmern noch verpönt. Galt den deutschen Braumeistern beispielsweise doch das Reinheitsgebot als oberste Maxime ihrer Braukunst. Jetzt sind die Bier-Mischungen bei vielen Brauereien wichtiger Absatz- und Umsatzträger.

Und wer seinerzeit den Anschluss verpasste, kann heute nur neidisch der Konkurrenz hinterherschauen. Denn langfristig geht der Absatz der bisher so beliebten Pilsbiere allein schon aus demografischen Gründen zurück. Die Brauereien befürchten, dass die Pilstrinker nach und nach aussterben.

Allein bei der Brauerei Veltins macht das Geschäft mit der besonders bei jungen Konsumenten beliebten Mix-Marke „V-plus“ inzwischen schon rund ein Sechstel ihres jährlichen Bierausstoßes von 2,6 Mill. Hektolitern aus. Mit 423 000 Hektoliter steigerte Veltins den „V-plus“-Absatz 2006 um mehr als 56 Prozent. Die erst im letzten Jahr auf der Internorga vorgestellte Geschmacksrichtung „Curuba“ brachte es aus dem Stand auf stolze 110 000 Hektoliter.

„Seinerzeit hat es in unserem Haus eine heftige Diskussion gegeben, ob wir auf dieses Segment setzen sollen oder nicht“, berichtet Veltins-Geschäftsführer Kuhl. Doch das Konzept sei letztendlich aufgegangen. „Wir haben offenbar den richtigen Weg gewählt, indem wir eine neue, eigene Marke geschaffen haben, aber die Stammmarke weiterhin als höchstes Gut angesehen haben“, sagt Kuhl. Von vornherein habe man alle Möglichkeiten der mittelständischen Privatbrauerei Veltins in Sachen Marketing und Vertrieb konsequent auch für „V-plus“ eingesetzt, berichtet Kuhl.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Bei Carlsberg ist man stolz auf die Erfolgsgeschichte seiner Kiez-Marke „Astra“.

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