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06.03.2007 

Einen etwas anderen Weg bei der Besetzung von Marktnischen ist die deutsche Sektion der dänischen Carlsberg Gruppe gegangen. Nach der Übernahme der Hamburger Brauerei Holsten spielen bei den Skandinaviern neben der Konsumbiermarke „Holsten“ (Inlandsabsatz rund 1,2 Mill. Hektoliter) und dem ostdeutschen Regionalbier „Lübzer“ gleich zwei Nischenprodukte, Duckstein und Carlsberg, die Rolle „strategischer Marken“.

Während Carlsberg sich mit einem jährlichen Absatz in Deutschland von rund 100 000 Hektolitern in der Liga der internationalen Super-Premiummarken und nach deren Gesetzmäßigkeiten bewegt, handelt es sich bei Duckstein um ein im eigenen Hause entwickeltes Luxus-Bier. Während sich der Preis für einen Kasten Holsten Pils mit zwanzig Halbliter-Flaschen im Getränke-Abholmarkt bei knapp zehn Euro eingependelt hat, verlangt der Händler für den Kasten „Duckstein“ mit nur acht edel gestalteten und versiegelten Kronkorkenflaschen um die zwölf Euro.

Ein Margen-Mix, der auch beim Hersteller ankommt, und sich insgesamt ergebnissteigernd auswirkt, wie Carlsberg-Deutschland-Chef Wolfgang Burgard bestätigt, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen. Deshalb denkt Burgard über eine Erweiterung des Duckstein-Angebots nach. Das obergärige, auf Buchenholz gereifte rotblonde Bier, könnte demnach noch durch weitere Geschmacksvarianten ergänzt werden.

Eine Erfolgsgeschichte im Hause Carlsberg ist auch die Kiez-Marke „Astra“, die sich vom prolligen Hafen-Bier zum Szene-Bier Hamburger Musikkneipen entwickelte. Die Fans des Fußballclubs St. Pauli wählten „Astra“ ebenfalls zu ihrem bevorzugten Getränk.

„Während Duckstein ein Nischenprodukt ist, ist Astra schon Lokalmatador in Hamburg und trifft überall dort, auch außerhalb der Stadt, auf seine Zielgruppe, wo St.-Pauli-Fans zu Hause sind“, sagt Burgard. Aber daraus werde wohl niemals ein Massengeschäft, ist der Carlsberg-Statthalter überzeugt.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Auch bei Coca-Cola muss man Nischen füllen.

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