Die Nummer zwei der Welt legt kräftig zu
SAB Miller profitiert vom globalen Bierdurst

Der südafrikanisch-britische Braukonzern SAB Miller hat die Erwartungen des Marktes übertroffen. Der weltweit zweitgrößte Bierbrauer, dem ein Interesse am Aufkauf der Holsten- Brauerei sowie der Brau und Brunnen AG nachgesagt wird, konnte seinen Vorsteuergewinn für die sechs Monate bis Ende September um 78 % auf 666 Mill. $ steigern.

wd KAPSTADT. Besonders gut schnitt der Konzern in Osteuropa ab, wo ein Zuwachs von 8 % erzielt wurde. Positiv entwickelten sich die Märkte in Asien und Afrika. Auch in China lief das Geschäft gut, trotz der Lungenseuche Sars, die im ersten Halbjahr vielen Exporteuren das Leben schwer gemacht hat.

Das gute Ergebnis hat aber einen Schönheitsfehler. SAB Miller wies darauf hin, dass die hohe Profitzunahme zu einem Gutteil auf günstigen Wechselkursbedingungen beruht und für die zweite Hälfte des Jahres mit einer weniger starken Gewinnzunahme zu rechnen sei.

SAB Miller gehört seit einem Jahrzehnt zu den weltweit am stärksten wachsenden Braukonzernen und hatte sich im Zuge seiner globalen Expansion lange Zeit auf die Schwellenmärkte konzentriert. Zu den Standbeinen des Konzerns, der seine Hauptnotierung vor vier Jahren von Johannesburg nach London verlegt hatte, gehört dabei neben dem südafrikanischen Heimatmarkt und Osteuropa vor allem China, wo SAB als einer von wenigen westlichen Brauern schwarze Zahlen schreibt.

Im Mai letzten Jahres hatte SAB durch den Erwerb des zweitgrößten nordamerikanischen Brauers Miller Brewing den Schwerpunkt jedoch verstärkt wieder auf die westlichen Märkte verlagert. Diese sind zwar nicht mehr so durstig, aber wegen ihrer Hartwährungen noch immer attraktiv. Dank des 5,6 Mrd. $ teuren Zukaufs kletterte der Umsatz von SAB Miller in den sechs Monaten bis September 2003 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 59 % auf 6,32 Mrd. $.

Während der konsolidierte Gewinn pro Aktie um 32 % auf 35,5 Cent zunahm, wurde die Dividende pro Aktie um 15 % auf 7,5 Cent erhöht. Als besonders erfreulich wurde vom Management vermerkt, dass der Konzern die Lage bei Miller offenbar besser in den Griff bekommt als von Skeptikern befürchtet. Miller hat in den letzten Jahren in den USA konstant Marktanteile an den Spitzenreiter Anheuser–Busch verloren. Inzwischen stammen weniger als 20 % des in den USA konsumierten Bieres aus dem Hause Miller. Vor fünf Jahren hatte sein Marktanteil noch bei 23 % gelegen. Einige Analysten wie James Williamson von SG Securities sind der Ansicht, dass sich am Erfolg oder Misserfolg von Miller das Schicksal des gesamten Konzerns entscheiden werde.

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